5.3.2 Subprozesse im Teilprozess der Manifestation

Wenn es gelingt, wichtige Erfahrungen dauerhaft zu manifestieren, müssen nicht mehr alle Menschen ihre Zeit und Energie darauf verwenden, relativ gleichbleibende, durch den Lebenskontext vorgegebene Erfahrungen ständig zu wiederholen, um sie dadurch im Gedächtnis aktuell zu halten. Die manifesten Erfahrungen sind dann aktivierbar, wenn sie benötigt werden und schaffen freie Zeit und Energie für anderweitige Erfahrungen. Ein Beispiel für dieses Prinzip ist die Seßhaftwerdung der Nomaden. Die urzeitlichen Menschen lernten Ackerbau zu betreiben und Nahrungsvorräte anzulegen, wodurch ihnen mehr Sicherheit und Zeit für die Erziehung ihrer Kinder, die gemeinsame Kommunikation und die Vertiefung ihres Erfahrungswissens zur Verfügung stand. Aus vielen solcher Manifestationen von Erfahrungen mittels der Medien sowie deren Tradierung profitiert die heutige Menschheit. Spezifische Kriterien für die Beurteilung der Art und Weise der Manifestation sowie deren Auswirkung auf die ästhetische Erfahrung ergeben sich bezüglich den drei differenzierten medialen Logiken aus der Untersuchung der drei Subprozesse Fixierung, Verbreitung und Einprägung.

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  • Auf die Aktivation von medialen Logiken folgt als nächster Teilprozess die Manifestation. Bezüglich dessen erstem Subprozess geht es darum, die verschiedenen, für die Erfahrung aktivierten und bereits zur Orientierung dienenden Medien in irgendeiner Form zu fixieren, um auf sie zurückgreifen zu können, ohne jedesmal den Aktivationsvorgang wiederholen zu müssen. Die spezifische Eigenlogik der betroffenen Medien gibt für diese Fixierung Bedingungen vor, welche Vor- und Nachteile für die ästhetische Erfahrung mit sich bringen. Medien mit organischer Logik werden als subjektives Gefühl, eine gefestigte Erfahrung, ein Können, ein Wissen zu haben, durch Verkörperung fixiert. Medien mit kontextueller Logik, erhalten mittels Materialisierung eine…
  • Jedes Medium, gleichgültig mit welcher Logik, wird erst dann in größerem Maße wirksam, wenn viele Menschen ihre Interaktionen darauf ausrichten. Daher ist die Vervielfältigung und Verbreitung eines Mediums ein wichtiger Subprozess zwischen Fixierung und Einprägung. Bezüglich jedem Medientyp sind besondere Bedingungen für die Verbreitung zu beachten und entsprechende Kriterien zur Beurteilung seiner Relevanz für die Erfahrung und für die Qualität der ästhetischen Erfahrung abzuleiten. Hinsichtlich der durch Verkörperung fixierten Medien ist das Kriterium der Darstellbarkeit wichtig. Die Verbreitung der materialisierbaren kontextuellen Medien erfolgt durch Reproduktion und der Einfluss auf die Erfahrung kann durch das Kriterium der Transportierbarkeit beschrieben werden. Standardisierte…
  • Als letzter Subpozess im Teilprozess der Manifestation bezüglich Interaktionen mit medialen Logiken ist die durch Medien vermittelte Einprägung diesbezüglicher Erfahrungen in die Erfahrungen anderer Menschen zu untersuchen. Erfahrungen werden durch die Interaktion mit Medien entwickelt und die Medien werden durch den Rückfluss der Erfahrung komplexer. Medien und Erfahrungen prägen sich gegenseitig und manifestieren sich dadurch zunehmend. Die Bedingungen welche im Subprozess der Einprägung auf die Erfahrungen einwirken und mit der medienbezogenen Interaktion verbunden sind, sind für die organische Logik durch das Kriterium der Gleichartigkeit, für die kontextuelle Logik durch das Kriterium der Umweltverträglichkeit und für die standardisierte Logik durch das…