3 Subliminales

3 Kriterien für Design in Korrespondenz zur subliminalen Komponente ästhetischer Erfahrung

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  • Wie oben hergeleitet, umfasst die Funktion der subliminalen Reizorganisation mehr als nur die quantitative Entlastung des Bewusstseins Subliminale Tendenzen beeinflussen auch die Qualität der bewussten ästhetischen Erfahrung. Dies gilt ebenso für die Persönlichkeit der Designer selbst. Für sie ist es wichtig, mittels distanzierter, differenzierter Analysen subjektive Prägungen ihrer ästhetischen Konzepte zu erkennen und unbefangener an das Design nutzergerechter Angebote heranzugehen. Aus dem Konzept zur Relation von Design und subliminalen Organisationstendenzen entsteht eine Untersuchungsmatrix in der die subliminal vorstrukturierten Verhaltenstendenzen, somatische, introvertierte und explorative Tendenz, jeweils im Verhältnis zu den Teilprozessen der Psyche, Motivation, Kognition und Emotion sowie zu deren Subprozessen…
  • Je nach psychologischem Ansatz erhält der Begriff Motivation, als Wille, Drang, Trieb zu handeln, eine andere Bedeutung. Freud hielt den Sexualtrieb für zentral, Adler den Macht- und Geltungstrieb. Später entstanden dualistische Theorien, die einen rückwärts oder nach innen gerichteten und einen vorwärts, nach Neuem strebenden Trieb annahmen. Auch der egoistische Selbsterhaltungstrieb, dem allerdings häufig auftretende altruistische Motive widersprechen, wird oft genannt. Basis der modernen Psychologie ist jedoch eine mathematische Theorie geworden, wie sie bereits C. G. Jung konzipierte (vgl. Schönpflug/Schönpflug, 1989). Diese geht davon aus, dass zunächst auf subliminaler Ebene eine Aktivitätstendenz eingeleitet wird, die sich als unspezifische körperliche Erregung…
  • Der Kognitionsbegriff nimmt seit seinem Aufkommen in den sechziger Jahren eine zentrale Rolle in der Psychologie und in anderen Wissenschaften ein. Die Begriffsdefinitionen sind vielfältig und reichen von der sehr engen Bezeichnung der höheren geistigen Fähigkeiten zu weiten Begriffsfeldern wie bei Maturana. Im vorliegenden Zusammenhang reicht es aus, das Bedeutungsfeld wie folgt, grob zu umreißen. Die Kognition als einer der drei Teilprozesse psychischer Aktivität umfasst alle sortierenden Tätigkeiten. Diese können mit und ohne bewusste Reflexion ablaufen und beziehen sich sowohl auf sprachliches Denken, als auch auf multimodales ästhetisches Material wie Wahrnehmungen, Vorstellungen und Phantasien. Diese kognitive Funktion des Sortierens ist…
  • Der psychische Bereich der Emotion hat zum einen die Funktion der abschließenden Bewertung einer Verhaltenssequenz und zum anderen die Funktion deren Verankerung im Erfahrungshintergrund. Das Gedächtnis kann emotional gefärbte Erinnerungen leichter reaktivieren und das Wertungsergebnis bleibt mit der Erinnerung an die vorhergehende Aktion verbunden und fließt wiederum in die Motivation zur nächsten Aktion ein. Für die qualitative Bestimmung eines Erlebnisses ist hauptsächlich die Emotion zuständig. Die Dynamik emotionaler Prozesse lässt sich ähnlich der motivationalen Prozesse durch einen Spannungsbogen beschreiben. Dessen einzelne Subprozesse werden im folgenden als Zuneigung, Erfüllung und Vertrauensbildung differenziert. Dementsprechend sind die emotionsbezogenen Kriterien je nach bevorzugter Verhaltenstendenz…