6 Antizipierendes

6 Strategien für Design
in Korrespondenz zur antizipierenden Komponente ästhetischer Erfahrung

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  • Mit der Entscheidung für eine der beiden besonders bedeutsamen Organisationsoptionen für die ästhetische Erfahrung geht die Wahl der korrespondierenden Perspektivität von Design einher. Im Zusammenhang der vorliegenden Gesamtuntersuchung ist keiner der beiden herausgestellten Optionen der Vorzug zu geben. Beide haben ihre Berechtigung in Relation zu dem Wunsch nach Verbesserung der Lebensqualität. Es geht daher nicht um eine Auswahl nach ideologischen Gesichtspunkten. Hauptsächlich muss die Lebenssituation und die Wirklichkeitskonstrukte der Menschen, die langfristig von der Verfügungstellung dieser Optionen profitieren sollen, muss in der Entscheidung für die eine oder andere Option Berücksichtigung finden. Mit Referenz auf die Hauptprozesse der gefühlsbezogenen, der subliminalen,…
  • Während der bewussten Erfahrungsevaluation erlebt sich der Mensch als selbstbestimmtes Wesen, das den Anlass seiner Erfahrung kennt und in die Bewertung miteinbezieht. Jede positive, ästhetische Bewertung von Erfahrung ist von dem gegenwärtigen Gefühl etwas Besonderes zu erleben sowie frei von bedrohender Angst oder innerem Zwang zu sein begleitet. Sie kann den Wunsch nach Wiederholung durch erneute Bezugnahme auf den mit ihr verbundenen Anlass erzeugen. Dieser darf aber nicht zur Sucht ausarten, weil dann das ästhetische Erleben im Dienst deren Befriedigung stehen und somit instrumentalisiert werden würde. Die ästhetische Bezugnahme auf den Erfahrungsanlass folgt der freien Zuwendung und keiner zwanghaften Hinführung…
  • Innerhalb der selbstorganisierenden Dynamik der subliminalen Organisationstendenzen sammeln sich die wichtigen persönlichen Erfahrungen an und bleiben im subliminalen Hintergrund über ihr bewusstes Erleben hinaus wirksam. Hier manifestiert sich die persönliche Historie. Der Erfahrungsschatz bildet einen Referenzbereich, in dem eine Osmose zwischen Erfahrungen die der Motivation, der Kognition und der Emotion sowie den drei Phänomenbereichen, Innenwelt, Körpergrenze und Außenwelt zuzuordnen sind, stattfindet und durch selbstorganisierende Prozesse weitere subliminale Verhaltenstendenzen erwachsen. Aktuelle Forschungen zur Wissensbildung lassen vermuten, dass im Normalfall eine komplexe Vernetzung und ganzheitliche Speicherung der erworbenen Erfahrungen im Erfahrungshintergrund stattfindet. Die Trennung kognitiver Wissenskomponenten von emotionalen oder motivationalen Anteilen erfolgt…
  • Während sich die subliminalen Tendenzen hauptsächlich auf die persönliche Erfahrungsakkumulation auswirken, lässt sich der maßgebende Einfluss der sozialen Strukturen auf die ästhetische Erfahrung mit der Erfahrungsselektion charakterisieren. Der individuellen Gedächtniskonstruktion durch die persönliche Erfahrungsakkumulation steht als Pendant die gemeinsame Konstruktion eines kulturellen Gedächtnisses (vgl. Assmann, 1992, 1992) durch die langfristige Erfahrungsselektion der sozialen Strukturen zur Seite. Dieses umfasst nicht etwa die Menge aller persönlichen Erfahrungen, sondern enthält nur solche Erfahrungen, die im Lauf der sozialen Wandlungsprozesse nicht vergessen wurden. Dadurch findet eine einschneidende Selektion von Erfahrungen statt. Wie die individuelle Erfahrungsakkumulation je nach bevorzugter Perspektivität von Design Anregungen zur Vertiefung…