{"id":711,"date":"2015-12-18T20:48:06","date_gmt":"2015-12-18T19:48:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=711"},"modified":"2015-12-18T21:48:02","modified_gmt":"2015-12-18T20:48:02","slug":"verfuegung-zum-kriterium-der-decodierbarkeit-bezueglich-der-standardisierten-logik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/verfuegung-zum-kriterium-der-decodierbarkeit-bezueglich-der-standardisierten-logik\/","title":{"rendered":"Verf\u00fcgung > Zum Kriterium der \u00bbDecodierbarkeit\u00ab bez\u00fcglich der standardisierten Logik"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 0 -8px 0\" width=\"60px\" height=\"30px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/i_innovativ-1.svg\" src=\"\" width=\"60px\" height=\"30px\" alt=\"innovatives Potential\"  \/><\/svg> Das Wissen um den verwendeten Code und die Handhabung der Materialien beeinflusst die sp\u00e4tere Reaktivierung. Beispielsweise bleibt der Erkenntnisstand der Inkas r\u00e4tselhaft, weil es bis heute nicht gelungen ist, die komplexe Codierung durch farbige, geflochtene Schn\u00fcre aufzul\u00f6sen. Gespeicherte Formen von Erkenntnis entfernen sich zunehmend von deren Entstehungsprozess. Nach der Entwicklung eines Objekts, beispielsweise eines stabilen Holzstuhls, kann der Stuhl zun\u00e4chst als Anschauungsobjekt zur Anfertigung einer Kopie dienen. Im folgenden Schritt einer zunehmenden Codierung des Wissens, das zur Fertigung des Stuhls notwendig ist, k\u00f6nnten Schablonen zugeschnitten werden, mit deren Hilfe der Stuhltyp immer wieder auch ohne reales Vorbild nachzubauen w\u00e4re. In einem weiteren Schritt k\u00f6nnte ein vervielf\u00e4ltigbarer Plan gezeichnet werden, nach dem im Bedarfsfall die Schablonen erneuert und weitere St\u00fchle herstellen werden k\u00f6nnten. Die Speicherung des Wissens durch Manifestation ist zun\u00e4chst direkt aktivierbar und nachvollziebar indem ein Stuhl zum Sitzen, Testen und Nachbauen bereitsteht. Schritt f\u00fcr Schritt wird sie komplexer codiert und die Form der Wissensspeicherung wird immer abstrakter. Mit zunehmender Abstraktion der Speicherform wird das n\u00f6tige Vorwissen zur Decodierung des aus der praktischen Erfahrung gewonnenen Wissens umfangreicher. Es reicht nicht mehr aus, Material und Werkzeug handhaben zu k\u00f6nnen, sondern abstrakte technische Zeichnungen oder Angaben zu Statik und Konstruktion m\u00fcssen decodiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das innovative Potential von Design sollte dazu beitragen, die Decodierbarkeit durch Ankn\u00fcpfung an bekannte Erfahrungsbereiche zu erleichtern. Hierzu bietet es sich als eine M\u00f6glichkeit an, Zwischenschritte der Abstraktion und Codierung zu dokumentieren und zug\u00e4nglich zu halten. Dadurch wird zudem deutlich, dass von jedem Zwischenschritt aus innovative Weiterentwicklungen in verschiedene Richtungen erfolgen k\u00f6nnten, die gegebenenfalls nachtr\u00e4glich wieder aufzunehmen w\u00e4ren.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das innovative Potential von Design<\/h2>\n<p>Ein solches Hilfsmittel zur Decodierbarkeit im Bereich der Programmiertechnik stellt die Programmierung mittels Struktogrammen dar. Sie ist nicht an eine spezielle Programmiersprache gebunden, sondern fungiert als grafisch symbolisierte Metasprache. Die Darstellungsweisen der von I. Nassi und B. Shneiderman entwickelten und 1973 erstmals publizierten Struktogramme sind inzwischen international normiert. Durch die Verwendung dieser Struktogramme und sprechender, das hei\u00dft den Sinnzusammenhang verdeutlichender Variablen, wird es f\u00fcr Programmierer leichter, sich in die Struktur eines unbekannten Programms einzudenken und daran weiterzuarbeiten, auch wenn er die letztendlich verwendete Programmiersprache nicht beherrscht.<\/p>\n<p>Alle Computerprogramme bieten durch Standards wie der Men\u00fcleiste und allgemeinen Funktionen zur Dateiverwaltung, der Hilfefunktion und den bei Bedarf zu \u00f6ffnenden Funktionsfenstern eine Basisebene. Diese ist nicht nur f\u00fcr professionelle Anwender leicht decodierbar. Komplexere Programme bieten die M\u00f6glichkeit, bestimmte Basisfunktionen durch zus\u00e4tzliche Programmmodule im Sinne eines innovativen Potentials von Design zu erweitern und auf diese Weise das Programm den speziellen Nutzungserfordernissen stufenweise anzupassen. Auch ohne Kenntnisse eines solchen Spezialprogramms w\u00e4ren die Standardanwendungen aufgrund der leichten Decodierbarkeit der Basisfunktionen jederzeit nutzbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wissen um den verwendeten Code und die Handhabung der Materialien beeinflusst die sp\u00e4tere Reaktivierung. Beispielsweise bleibt der Erkenntnisstand der Inkas r\u00e4tselhaft, weil es bis heute nicht gelungen ist, die komplexe Codierung durch farbige, geflochtene Schn\u00fcre aufzul\u00f6sen. 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