{"id":893,"date":"2015-12-28T21:23:47","date_gmt":"2015-12-28T20:23:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=893"},"modified":"2016-02-05T21:39:15","modified_gmt":"2016-02-05T20:39:15","slug":"begegnung-zum-kriterium-der-konkurrenz-bezueglich-der-hierarchischen-struktur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/28\/begegnung-zum-kriterium-der-konkurrenz-bezueglich-der-hierarchischen-struktur\/","title":{"rendered":"Begegnung > Zum Kriterium der \u00bbKonkurrenz\u00ab bez\u00fcglich der hierarchischen Struktur"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 8px -8px 0; float: left\" width=\"180px\" height=\"90px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/i4_distinktiv.svg\" src=\"\" width=\"180px\" height=\"90px\" alt=\"distinktives Potential\"  \/><\/svg> Bez\u00fcglich der hierarchischen Struktur sind die Wertprinzipien durch die Zielvorgabe und die zugeh\u00f6rige Niveaudifferenz bestimmt. Jeder an dieser Struktur orientierte m\u00f6chte eine Position innerhalb der Hierarchie ergattern, halten oder verbessern und ist st\u00e4ndig mit den anderen Beteiligten im Wettbewerb. Andere Menschen werden danach eingeteilt, ob sie dieses konkurrierende Streben unterst\u00fctzen oder behindern. Deshalb leitet nicht die fast naive, aufgeschlossene Vorbehaltlosigkeit wie bez\u00fcglich der integrativen Struktur, noch die achtungsvolle Toleranz oder das neugierige Interesse am Fremdartigen des anderen, wie hinsichtlich der polyvalenten Struktur, das zwischenmenschliche Verhalten. Vielmehr ist die soziale Grundeinstellung durch andauernde Konkurrenz gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Auch die Designdisziplinen sind oft noch hierarchisch strukturiert. Deshalb nutzen Designer das distinktive Potential von Design ebenfalls, bez\u00fcglich der disziplin\u00e4ren Diskussion und ihrer \u00f6ffentlichen Selbstdarstellung. Sie beg\u00fcnstigen dadurch das Entstehen einer mitmenschlichen Konkurrenz die \u00fcber den direkten beruflichen Wettbewerb hinausgeht. Das Konkurrieren um bessere Leistungen kann dazu beitragen, die Qualit\u00e4t einer Disziplin zu st\u00e4rken. Gerade im Designbereich ist jedoch auf Dauer keine einheitliche Messlatte f\u00fcr Qualit\u00e4t festsetzbar, ohne dogmatisch auf deren Richtigkeit zu beharren und alle Vertreter alternativer Ans\u00e4tze als Konkurrenten zu besiegen. Mit dem beruflichen Selbstverst\u00e4ndnis der Designer, die im Interesse von anderen Menschen Konzepte entwickeln sollten, ist dieses Konkurrenzverhalten im Grunde nicht zu vereinbaren. Trotzdem orientieren sich auch viele Designer bevorzugt an der hierarchischen Struktur, die f\u00fcr sie nur zwei M\u00f6glichkeiten offen zu lassen scheint. Entweder gelingt es, eine Spitzenposition zu erlangen oder der Versuch scheitert und es bleibt nur der Platz im unteren Teil der Pyramide \u00fcbrig. Erfolgreichere Kollegen stempeln den Betroffenen rasch als blo\u00dfen Erf\u00fcllungsgehilfen seiner wenig renommierten Auftraggeber ab. Diese konstruierte Polarit\u00e4t degradiert die Mehrzahl der Designer, die ihren Beruf als alltagsbezogene Dienstleistung verstehen und \u00fcberh\u00f6ht die Genialit\u00e4t und den tats\u00e4chlichen Leistungsvorsprung der wirtschaftlich Erfolgreichen.<\/p>\n<p>Das Kriterium der Konkurrenz kann auch positiv zur Steigerung der Leistungsbereitschaft gewertet werden und es kann Spa\u00df machen, sich im fachlichen Wettbewerb zu messen. Je nach Zielvorgabe belebt die Konkurrenz dann die mitmenschliche Kooperation. Gewinner und Verlierer sollten in diesem Fall nicht gegeneinander ausgespielt werden und der Wettbewerb sollte vielf\u00e4ltige Anl\u00e4sse f\u00fcr Konkurrenz zulassen sowie unterschiedliche Leistungen belohnen, damit nicht immer die gleichen profitieren. Die Unterst\u00fctzung der Konkurrenz im kooperativen Zusammenleben durch distinktives Design bleibt jedoch fragw\u00fcrdig, da sie zur Fundamentierung von Machtverh\u00e4ltnissen missbraucht werden kann.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das distinktive Potential von Design<\/h2>\n<p>Konkurrenzverhalten kann bereits bei Kindern gef\u00f6rdert oder abgemildert werden. Beispielsweise sch\u00e4tzen Kinder einander an der Kleidung ein. Schnell erkennen sie, wessen Eltern es sich nicht leisten k\u00f6nnen, ihr Kind mit den richtigen Labeln auszustatten. Manche Eltern unterst\u00fctzen zus\u00e4tzlich durch markenbewussten Konsum dieses konkurrierende Verhalten, das dem Aufbau echter Freundschaften und dem gemeinsamen Lernen im Wege steht. Deshalb gibt es \u00dcberlegungen, das distinktive Potential der Kleidung in der Schule zu minimieren und eine einheitliche Schulkleidung einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Dem Verlangen mancher Menschen, \u00fcber den Tod hinaus mit den anderen zu konkurrieren, gibt das distinktive Potential vieler Grabst\u00e4tten Ausdruck. Hier wird edler Marmor \u00fcberdimensional verbaut. Auch die Familienmitglieder hochrangiger Pers\u00f6nlichkeiten geben ihre Trauer, die in ihrer Tiefe sicher vergleichbar mit derjenigen von Normalb\u00fcrgern ist, gerne durch die Gr\u00f6\u00dfe und Vielzahl der Todesanzeigen sowie der Schaltung in wichtigen Zeitungen kund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bez\u00fcglich der hierarchischen Struktur sind die Wertprinzipien durch die Zielvorgabe und die zugeh\u00f6rige Niveaudifferenz bestimmt. 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