{"id":877,"date":"2015-12-28T20:51:44","date_gmt":"2015-12-28T19:51:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=877"},"modified":"2016-02-05T21:29:22","modified_gmt":"2016-02-05T20:29:22","slug":"belohnung-zum-kriterium-der-interessenvertretbarkeit-bezueglich-der-polyvalenten-struktur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/28\/belohnung-zum-kriterium-der-interessenvertretbarkeit-bezueglich-der-polyvalenten-struktur\/","title":{"rendered":"Belohnung > Zum Kriterium der \u00bbInteressenvertretbarkeit\u00ab bez\u00fcglich der polyvalenten Struktur"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 8px -8px 0; float: left\" width=\"180px\" height=\"90px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/i4_partizipativ.svg\" src=\"\" width=\"180px\" height=\"90px\" alt=\"partizipatives Potential\"  \/><\/svg> Die drei Strukturen sind nicht als einander ausschlie\u00dfende gegens\u00e4tzliche Konzepte gedacht. Vielmehr gelten einige Einflussgr\u00f6\u00dfen in allen Strukturen. So ist auch das Individuum in der polyvalenten Struktur fremdbestimmt. Das Ausma\u00df dieser Fremdbestimmung ist jedoch vergleichsweise klein. Zwar ist keine ausschlie\u00dfliche Selbstbestimmung m\u00f6glich, aber die individuelle Orientierung zur Verantwortung f\u00fchrt zu selbst\u00e4ndiger Urteilsf\u00e4higkeit und nicht zum Abw\u00e4lzen der Verantwortung durch Akzeptanz der meist bereits fixierten und eher fremdbestimmten Werte eines sozialen Systems. Bez\u00fcglich der drei behandelten Strukturen hat das Individuum hier die st\u00e4rkste Position und den gr\u00f6\u00dften Freiraum f\u00fcr die Individuation. Doch es ist auch gefordert, Urteilsf\u00e4higkeit zu entwickeln und erh\u00e4lt schlie\u00dflich in einem dritten Subprozess im Teilprozess der Partizipation, der Belohnung, die Chance, seine eigenen Interessen zu vertreten und aktiv seine Erfahrungen mitzugestalten. Das Kriterium der Interessenvertretbarkeit wertet, inwieweit die Vertretung spezieller Interessen in Hinsicht auf ein soziales System zugelassen und gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p>In der M\u00f6glichkeit der individuellen Interessenvertretung liegt die spezifische Attraktivit\u00e4t der Orientierung und Partizipation an der polyvalenten Struktur insbesondere f\u00fcr kreative, aktive Menschen. Das partizipative Potential von Design erleichtert das Kriterium der Interessenvertretbarkeit der an einem sozialen System kommunikativ Beteiligten durch die Offenheit f\u00fcr alternative Zielsetzungen und Entwicklungen.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das partizipative Potential von Design<\/h2>\n<p>Sogar der Bereich der Verkehrszeichen l\u00e4sst sich ein st\u00fcckweit dem partizipativen Potential von Design \u00f6ffnen. So erlaubte die Stadt Erfurt leider nur solange, bis der \u00fcbergeordnete Gesetzgeber t\u00e4tig wurde, die Anbringung witziger Varianten von M\u00e4nnchen auf Ampelblenden. Diese entstanden im Rahmen einer Initiative zur Rettung des ostdeutschen Ampelm\u00e4nnchens, nachdem dessen Verlust als kollektives Potential im Alltag durch die \u00dcbernahme der westdeutschen Variante im Zuge der Wiedervereinigung einigen Menschen bewusst wurde.<\/p>\n<p>Das partizipative Potential von Design l\u00e4sst Ansatzpunkte f\u00fcr die Interessenvertretung von Einzelpersonen oder Gruppen zu. Beispielsweise entwarf ein Berufsschullehrer mit seinen Sch\u00fclern einen sehr einfachen, kosteng\u00fcnstigen Solarkocher f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder und gr\u00fcndete eine Firma, um diesen Kocher herstellen und vertreiben zu k\u00f6nnen. Diese Entwicklung und aktive Vertretung von Interesse f\u00fcr diese Thematik war nur wegen der offenen Organisation der Schule und Lerninhalte m\u00f6glich. Das Produkt selbst ist st\u00e4rker nach den Kriterien des kollektiven Potentials von Design gestaltet.<\/p>\n<p>Auch die Beteiligung an der Disziplin Design als einem sozialen System kann durch das partizipative Potential und die Orientierung an der polyvalenten Struktur gekennzeichnet sein. Das hei\u00dft, Designer sind nicht verpflichtet, einen Formenkanon zu befolgen, sondern k\u00f6nnen ihre Ansichten verwirklichen, ihre Interessen vertreten. Mut zur Selbst\u00e4ndigkeit hinsichtlich der Formulierung von Aufgaben und deren eigenverantwortliche L\u00f6sung ist eine wichtige Charaktereigenschaft von kreativ und engagiert t\u00e4tigen Menschen in allen Bereichen, so eben auch im Design. Die \u00e4sthetisch innovativen Entw\u00fcrfe von David Carson oder Philippe Starck, die zun\u00e4chst aus deren jeweils subjektiven Interessen entstanden, zeigen vielen jungen Designer, dass es noch immer m\u00f6glich ist, unter Absehung von dr\u00fcckenden, innerdisziplin\u00e4ren Verpflichtungen wie der Orientierung an einem minimalistischen \u00e4sthetischen Formenkanon, selbstgesetzte Interessen und gestalterische Anspr\u00fcche zu verfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die drei Strukturen sind nicht als einander ausschlie\u00dfende gegens\u00e4tzliche Konzepte gedacht. Vielmehr gelten einige Einflussgr\u00f6\u00dfen in allen Strukturen. So ist auch das Individuum in der polyvalenten Struktur fremdbestimmt. Das Ausma\u00df dieser Fremdbestimmung ist jedoch vergleichsweise klein. 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