{"id":766,"date":"2015-12-18T23:00:25","date_gmt":"2015-12-18T22:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=766"},"modified":"2016-02-05T23:00:46","modified_gmt":"2016-02-05T22:00:46","slug":"limitation-zur-strategie-der-oeffnung-bezueglich-der-initiativen-option","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/limitation-zur-strategie-der-oeffnung-bezueglich-der-initiativen-option\/","title":{"rendered":"Limitation > Zur Strategie der \u00bb\u00d6ffnung\u00ab bez\u00fcglich der initiativen Option"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 8px -8px 0; float: left\" width=\"180px\" height=\"90px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/i6_emanzipativ.svg\" src=\"\" width=\"180px\" height=\"90px\" alt=\"emanzipative Perspektivi&auml;t\"  \/><\/svg> Wird die Strategie der \u00d6ffnung gew\u00e4hlt, ist es wichtig, diese mit der Einsicht voranzutreiben, dass jede \u00d6ffnung einer momentan registrierten Limitaion nach einiger Zeit an zun\u00e4chst noch nicht erkennbare, neue Grenzen st\u00f6\u00dft. Dies zeigt beispielsweise die rasante Entwicklung der Informationstechnologie. Kaum sind leistungsf\u00e4higere Speichermedien produktionsreif, wird komplexere Software entwickelt, die bald wieder an die Grenzen der Speicherkapazit\u00e4t st\u00f6\u00dft. Die Wahl zwischen den Strategien der Einf\u00fcgung und der \u00d6ffnung ist deshalb wiederholt zu treffen.<\/p>\n<p>Die emanzipative Perspektivit\u00e4t von Design kann Menschen bei ihrem riskanten Schritt aus der sicheren und einsch\u00e4tzbaren Begrenztheit unterst\u00fctzen. Die \u00d6ffnung einer Grenze darf die Betroffenen nicht \u00fcberrumpeln, damit sie aktiv die Erweitereten M\u00f6glichkeiten nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Beispiele f\u00fcr die emanzipative Perspektivit\u00e4t von Design<\/h2>\n<p>Die Reichweite der Wirksamkeit von medienbezogener Limitation ist von der Art des Mediums abh\u00e4ngig. Bereits durch die kleine Ver\u00e4nderung eines Mediums kann dessen begrenzende Wirkung auf die Erfahrungskreation ein St\u00fcck weit ge\u00f6ffnet werden. Dies zeigt die Entwicklungsgeschichte des Telefons von einem Medium mit zun\u00e4chst in der Anwendung kontextueller Logik zu einem Medium, das sich zunehmend in ein Medium mit vorwiegend organischer Logik wandelt. So waren die ersten Telefonapparate meist im Flur fest an der Wand befestigt, sodass Telefonate an einem eher unfreundlich Ort in der Wohnung und im Stehen gef\u00fchrt wurden, was neben der Beachtung der Kosten sicher auch zu einem knapp gehaltenen Wortwechsel in Anpassung an das Medium Telefon beitrug. Im Sinne des situativen Potentials von Design wurden Standapparate gestaltet, die es mit einigen Metern Zusatzkabel erm\u00f6glichten, eine bequeme Stellung beim Telefonieren einzunehmen und in Ruhe sowie sprachlicher Ausf\u00fchrlichkeit zu telefonieren. Der Markterfolg von schnurlosen Telefonen und Handys zeigt, dass Menschen die Limitation, die ihnen durch ortsgebundene Telefonapparate auferlegt ist, durchbrechen wollen. In Zukunft wird das Telefonieren wahrscheinlich mittels eines kleinen Ger\u00e4tes, das als Kombination von Ohr- und Halsschmuck zu tragen ist, erfolgen k\u00f6nnen und zum Medium mit organischer Logik mutieren, das au\u00dfer den Geb\u00fchren von der technischen Seite her nur eine schwache Limitation f\u00fcr die Erfahrungskreation vorgibt. Eine st\u00e4rkere Limitation bleibt durch das Medien-Schema, das ein Mensch mit dem Telefonieren verbindet, bestehen. Zahlreiche Forschungen zur Telekommunikation belegen, dass sich viele Menschen wegen fehlendem Blickkontakt zum Gespr\u00e4chspartner bei Telefonaten verunsichert f\u00fchlen oder sich besser mit zus\u00e4tzlichem Einsatz von K\u00f6rpersprache und Redepausen ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, als durch die auf verbale Kommunikation reduzierte Telefonsprache. Ihnen k\u00f6nnte in Zukunft das Bildtelefon zur \u00d6ffnung ihres negativ besetzten Telefon-Medien-Schemas verhelfen.<\/p>\n<p>Das Dorfleben ist mit einer kontextuellen Logik verbunden, die es f\u00fcr Menschen ohne Auto erschwert, ihre Eink\u00e4ufe zu erledigen, denn die \u00f6rtlichen Tante-Emma-L\u00e4den sind meist nicht mehr rentabel zu betreiben. An dieser Problemstellung kann das situative Potential von Design mit Ausrichtung auf die emanzipative Perspektive ansetzten. Ein Pilotprojekt, das diese Limitation \u00f6ffnen k\u00f6nnte, besteht bereits. Es l\u00e4uft seit 1999 in einem Dorf in der L\u00fcneburger Heide. Dort wurde ein Online-Laden eingerichtet, der ein kleines Sortiment an Waren bereith\u00e4lt und mit einem Gro\u00dfmarkt in der n\u00e4chsten Stadt kooperiert. Die Kunden k\u00f6nnen die Ware entweder direkt in dem Laden einkaufen, falls diese noch vorr\u00e4tig ist und zum Sortiment geh\u00f6rt, oder sie k\u00f6nnen ihre Einkaufsw\u00fcnsche in ein Computer-Terminal eingeben. Dieses sendet die Daten an den Gro\u00dfmarkt, von wo aus die Waren sortiert, in Rechnung gestellt und an den Kunden transportiert werden. Letzteres \u00fcbernehmen die Angestellten im Wechsel und bringen die Ware auf dem Heimweg nach Ladenschluss zum Kunden.<\/p>\n<p>Wie auf der Grundlage von Medien mit standardisierter Logik das zugeh\u00f6rige innovative Potential in Hinsicht auf die emanzipative Perspektivit\u00e4t von Design umgesetzt werden kann, demonstrierte der Finne Linus Torvalds. Er programmierte das Betriebssystem Linux und legte den Quellcode 1991 offen, worauf ihm viele Programmierer folgten. Das alle Computernutzer ein Betriebssystem ben\u00f6tigen und von wenigen Anbietern abh\u00e4ngig sind, war die Offenlegung des Quellcodes eine Anregung zur Emanzipation. Dass Torvalds 1999 die Goldene Nica f\u00fcr Computerkunst erhielt, die im Rahmen des Linzer Kunstfestival ars electronica vergeben wird (vgl. Die Zeit, Nr. 37 1999, S. 39), zeigt das Zusammenwachsen Wissenschaft und Kunst. Dieses Zeichen der Jury tr\u00e4gt dazu bei, Design von einem tradierten und reduzierten Kunstverst\u00e4ndnis und der Diskussion um die Unterschiede von Design und Kunst oder die Beziehung zu industrieller Warenproduktion zu l\u00f6sen. Dadurch wird die emanzipative Perspektivit\u00e4t von Design auf die Disziplin Design selbst angewendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird die Strategie der \u00d6ffnung gew\u00e4hlt, ist es wichtig, diese mit der Einsicht voranzutreiben, dass jede \u00d6ffnung einer momentan registrierten Limitaion nach einiger Zeit an zun\u00e4chst noch nicht erkennbare, neue Grenzen st\u00f6\u00dft. Dies zeigt beispielsweise die rasante Entwicklung der Informationstechnologie.&hellip;  <\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/limitation-zur-strategie-der-oeffnung-bezueglich-der-initiativen-option\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":981,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[24,26],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/766"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=766"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/766\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1042,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/766\/revisions\/1042"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media\/981"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=766"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=766"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=766"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}