{"id":760,"date":"2015-12-18T22:41:14","date_gmt":"2015-12-18T21:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=760"},"modified":"2016-02-05T22:58:19","modified_gmt":"2016-02-05T21:58:19","slug":"selektion-zur-strategie-der-universalisierung-bezueglich-der-resonanten-option","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/selektion-zur-strategie-der-universalisierung-bezueglich-der-resonanten-option\/","title":{"rendered":"Selektion > Zur Strategie der \u00bbUniversalisierung\u00ab bez\u00fcglich der resonanten Option"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 8px -8px 0; float: left\" width=\"180px\" height=\"90px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/i6_interpretativ.svg\" src=\"\" width=\"180px\" height=\"90px\" alt=\"interpretative Perspektivi&auml;t\"  \/><\/svg> In historischen Phasen von durch Naturgewalten st\u00e4ndig bedrohten Lebensbedingungen war es notwendig, die soziokulturelle Selektion von Erfahrung aufgrund der praktischen Bedeutung, die sie f\u00fcr das \u00dcberleben haben konnte, zu vereinheitlichen, um als starke Gemeinschaft die Gefahren zu bew\u00e4ltigen. Diese Strategie zur Sicherung der Lebensbedingungen stellt heute keine Notwendigkeit mehr dar. Zudem besteht ein \u00dcberfluss an Erkenntnissen, sodass die H\u00fctung ihrer unverf\u00e4lschten Weitergabe nicht mehr \u00fcberlebenswichtig ist und mit weniger Aufwand gesichert werden kann. In Museen, Bibliotheken oder dem World Wide Web ist f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich zu recherchieren, welche Erkenntnisse verschiedene Kulturen in den vergangenen Jahrtausenden aus ihren Erfahrungen selektierten. Es ist m\u00f6glich zu analysieren, was seither zu einem Erfahrungsbereich an modifizierenden oder v\u00f6llig neuen Erkenntnissen hinzugekommen ist sowie bessere und schlechtere Erfahrungsselektionen zu vergleichen. Angesichts dieser vorhandenen Vielfalt von Erkenntnissen zu \u00e4hnlichen Erfahrungsbereichen, die sich in der Lebenspraxis gleicherma\u00dfen bew\u00e4hrt haben, entbehrt das strikte Beharren auf der unver\u00e4nderlichen Stabilit\u00e4t, der Absolutheit einer Erkenntnis jeder Notwendigkeit. Auf einen Problembereich bezogene, unterschiedliche Erkenntnisse k\u00f6nnen als prinzipiell gleichwertig bewahrt und f\u00fcr unterschiedliche Interpretationen oder weiterentwickelnde Erneuerungen bereit gehalten werden. Trotzdem entscheiden sich viele Menschen f\u00fcr die Sicherheit und Stabilit\u00e4t versprechende resonante Option.<\/p>\n<p>Die resonante Option kann bez\u00fcglich der sozialen Erfahrungsselektion durch Ausrichtung der korrespondierenden interpretativen Perspektivit\u00e4t von Design auf die Strategie der Universalisierung verwirklicht werden. In diesem Zusammenhang ist zu ber\u00fccksichtigen, dass sich die drei typischen sozialen Organisationsstrukturen (vgl. Kapitel 4.3) hinsichtlich ihrer Eignung f\u00fcr eine Beeinflussung durch die Strategie der Universalisierung und die interpretative Perspektivit\u00e4t von Design unterscheiden.<\/p>\n<h2>Beispiele f\u00fcr die interpretative Perspektivit\u00e4t von Design<\/h2>\n<p>Dominiert die integrative Struktur innerhalb einer Kultur, so dr\u00fcckt diese fast ohne wertende Selektionen vorzunehmen die Zusammengeh\u00f6rigkeit aller Menschen, die sich auf sie beziehen aus. Hierzu passt die Strategie der Universalisierung. Die interpretativen Perspektivit\u00e4t von Design kann r\u00fccksichtsvoll auf die Unterschiede der Individuen eingehen. Mittels der Strategie der Universalisierung der sozialen Erfahrungsselektion entsteht eine umfassendere Einheit. Diese integriert individuelle Differenzen und l\u00e4sst es zu, dass jeder nach seinen Kr\u00e4ften an der Fortf\u00fchrung der universellen Erfahrungsselektion beitragen kann. Nicht die Differenzen im Kleinen werden betont, sondern die Gemeinsamkeiten im Gro\u00dfen. Unter der interpretativen Perspektivit\u00e4t von Design ist langfristig die Komplexit\u00e4t des kollektiven Potentials von Design zu steigern, das hei\u00dft, der Lebensstandard und das Allgemeinwissen verbessern sich. Im Vergleich zu Beginn des Jahrhunderts, als nur wenige Gebildete aktiven Anteil an der Erfahrungsselektion hatten, ist in den westlichen L\u00e4ndern heute der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung dazu f\u00e4hig komplexe Alltagshandlungen eigenst\u00e4ndig durchzuf\u00fchren und beispielsweise selbst Auto zu fahren, Bankgesch\u00e4fte abzuwickeln, Beh\u00f6rdeng\u00e4nge zu erledigen.<\/p>\n<p>\u00dcberwiegen hierarchische Strukturen, dann formiert sich die kulturelle Erfahrungsselektion aus dem, bez\u00fcglich den gew\u00e4hlten Idealen, optimierten Wissen von Eliten. Als Extrakt der linearen Optimierung entsteht explizites Wissen, das zu verstehen aber entsprechendes Vorwissen voraussetzt, dessen Erwerb nicht jedermann zug\u00e4nglich ist. Es bilden sich Wissenseliten, die beispielsweise wissenschaftliche Disziplinen repr\u00e4sentieren und nicht miteinander in Verbindung gebracht werden k\u00f6nnen, weil sie je auf ihrer Linie optimiert sind. Die Tradierung und weiteren Optimierung dieser auseinanderklaffenden Wissensspitzen verlangt die Heranbildung nachr\u00fcckender Eliten. Prozesse der Erfahrungsselektion werden von oben gesteuert. Dies zeigt sich dadurch, dass das als unwichtiger eingestufte Wissen den Menschen an der Basis der Hierarchien \u00fcbertragen wird und alle Kr\u00e4fte darauf konzentriert werden, einigen wenigen den Aufstieg zu erm\u00f6glichen. Durch die willk\u00fcrliche Einstufung von Menschen sind konkurrierende Machtk\u00e4mpfe um die Auswahlkriterien f\u00fcr relevantes Wissen und pers\u00f6nliche Aufstiegsberechtigung vorprogrammiert. Obwohl unterschiedliche Wissensebenen entstehen, wird die hierarchische Struktur von der Strategie der Universalisierung gest\u00e4rkt. Zwar bildet jede Ebene f\u00fcr sich eine Einheit, diese ist aber an die umfassende, \u00fcbergeordnete Einheit der hierarchischen Struktur als Ganzes gebunden. Die auf Universalisierung ausgerichtete Erfahrungsselektion einer hierarchisch strukturierten Gesellschaft verschlingt die humane Energie f\u00fcr die Tradierung ihrer Inhalte und l\u00e4sst f\u00fcr Erneuerungen, Weiterentwicklungen und Diversifizierung immer weniger Freiraum. Ein Beispiel f\u00fcr das Scheitern einer Gesellschaft durch das Festhalten an einer hierarchischen Struktur kombiniert mit der Strategie der Universalisierung, ist der Untergang der \u00e4gyptischen Pyramidenkultur. Die Unterst\u00fctzungsw\u00fcrdigkeit der Strategie der Universalisierung bez\u00fcglich der hierarchischen Struktur durch die interpretative Perspektivit\u00e4t von Design ist daher kritisch zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Bestimmt eine polyvalenten Struktur die Erfahrungsselektion, dann stehen Elemente aus verschiedenen Bereichen und Entwicklungsstufen nebeneinander. Dadurch werden spielerische, kreative Verkn\u00fcpfungen von Erfahrungen m\u00f6glich. Bez\u00fcglich der polyvalenten Struktur und dem partizipativen Potential von Design ergeben sich die Selektionskriterien f\u00fcr Pflege und Tradierung von Wissen nicht zwangsl\u00e4ufig aus dem Aufwand einer Elite, welche dieses Wissen erzeugte, sondern erfolgt mit R\u00fccksicht auf gegenw\u00e4rtige oder zuk\u00fcnftige Relevanz. Die Erfahrungsselektion l\u00e4sst sich keinem Universalanspruch unterstellen. Parallel werden verschiedene Richtungen verfolgt und in Relation zu verantwortlich ausgew\u00e4hlten Erfordernissen st\u00e4ndig modifiziert, verworfen oder erneuert. An diesen Prozessen kann sich jeder in verschiedenen Formen und auf unterschiedlichen Ebenen, je nach seinen F\u00e4higkeiten im Rahmen von Selbstverantwortung und Toleranz beteiligen. Deshalb ist die Strategie der Universalisierung und die zugeh\u00f6rige Umsetzung durch die interpretative Perspektivit\u00e4t von Design mit der polyvalenten Struktur inkompatibel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In historischen Phasen von durch Naturgewalten st\u00e4ndig bedrohten Lebensbedingungen war es notwendig, die soziokulturelle Selektion von Erfahrung aufgrund der praktischen Bedeutung, die sie f\u00fcr das \u00dcberleben haben konnte, zu vereinheitlichen, um als starke Gemeinschaft die Gefahren zu bew\u00e4ltigen. Diese Strategie&hellip;  <\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/selektion-zur-strategie-der-universalisierung-bezueglich-der-resonanten-option\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":982,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[24,25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/760"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=760"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/760\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1039,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/760\/revisions\/1039"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media\/982"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=760"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=760"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=760"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}