{"id":756,"date":"2015-12-18T22:36:14","date_gmt":"2015-12-18T21:36:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=756"},"modified":"2016-02-05T23:01:43","modified_gmt":"2016-02-05T22:01:43","slug":"akkumulation-zur-strategie-der-erweiterung-bezueglich-der-initiativen-option","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/akkumulation-zur-strategie-der-erweiterung-bezueglich-der-initiativen-option\/","title":{"rendered":"Akkumulation > Zur Strategie der \u00bbErweiterung\u00ab bez\u00fcglich der initiativen Option"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 8px -8px 0; float: left\" width=\"180px\" height=\"90px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/i6_emanzipativ.svg\" src=\"\" width=\"180px\" height=\"90px\" alt=\"emanzipative Perspektivi&auml;t\"  \/><\/svg> Design gem\u00e4\u00df der Strategie der Erweiterung in Korrespondenz zur initiativen Option stellt zun\u00e4chst ein Anschluss zur momentanen Tendenz sowie zum Erfahrungshintergrund her und bietet dann weiterf\u00fchrende Perspektiven an. Vorsicht ist dahingehend geboten, als dieses Vorgehen auch als Verlockungstaktik eingesetzt wird, um einen potentiellen Kunden von seinen eigenen Zielen abzubringen und in ihm neue W\u00fcnsche zu wecken. Wem ist es nicht schon passiert, dass er sich von einem grafisch anziehenden Buchcover und einem vielsagenden Titel angesprochen f\u00fchlte, das Buch kaufte und daheim entt\u00e4uscht die Banalit\u00e4t des Inhalts zur Kenntnis nehmen musste oder beim Einkaufen auffallende, interessant oder informativ pr\u00e4sentierte Produkte erstand, die er im Grunde nicht ben\u00f6tigt? Im Prinzip funktioniert aber das Lernen als Erweiterung des bisher Gewussten nach diesem Muster. Doch dann folgt anstelle der Entt\u00e4uschung ein inneres Aufwachen auf der Ebene des Erfahrungshintergrunds, das die Bereiche Motivation, Kognition und Emotion gleicherma\u00dfen befruchten kann.<\/p>\n<p>Die emanzipative Perspektivit\u00e4t von Design kann der initiativen Option dadurch entsprechen, dass in unmerklicher, fast spielerischer Weise dem Nutzer immer gr\u00f6\u00dfere Entscheidungsr\u00e4ume ge\u00f6ffnet werden. Vorbedingung jeder weiteren \u00d6ffnung ist dabei die Steigerung der Entscheidungskompetenz des Nutzers. Dieser wird weder \u00fcberlistet noch in das kalte Wasser des Entscheidungszwanges geworfen. Vielmehr geht es darum, ihn bei st\u00e4ndiger Abstimmung zur erfolgten Weiterentwicklung seines Erfahrungshindergrundes zu dessen Erweiterung anzuregen.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr die emanzipative Perspektivit\u00e4t von Design<\/h2>\n<p>Die Erweiterung der pers\u00f6nlichen Erfahrungsakkulumation anregende \u00e4sthetische Elemente, k\u00f6nnen im Interface-Design dadurch entstehen, dass zum Einstieg bekannte Darstellungsformen wie statische Bilder, lineare Erz\u00e4hlungen oder Filmsequenzen eingesetzt werden. Im Laufe der Interaktion sind diese konventionellen Formen zunehmend durch mediengerechte Darstellungen wie der Kombination von Ton, Musik, Text und Bild zu ersetzen. Digitale Medien beinhalten die M\u00f6glichkeit, beispielsweise durch Anklicken oder Ber\u00fchren eines Touchscreens dessen Informationsoberfl\u00e4che partiell zu ver\u00e4ndern. Wichtige Informationen k\u00f6nnen l\u00e4nger oder dauerhaft sichtbar bleiben, andere wechseln. Der lernende Nutzer muss keinem linearen Aufbau folgen, er kann je nach momentaner Aktivit\u00e4tstendenz verschiedene Wege ausprobieren und findet immer wieder zur Ausgangsposition zur\u00fcck. Trotz spielerischer Freiheit sind die m\u00f6glichen Wege vorab genau zu planen, zu programmieren und zu gestalten.<\/p>\n<p>Jugendliche, die prim\u00e4r unter dem Einfluss der somatischen Tendenz stehen und sich von dem sensitiven Potential von Design angezogen f\u00fchlen, begeistern sich f\u00fcr Computerspiele, in denen es auf schnelle Reaktion ankommt. Im Zentrum dieser Spiele stehen meist gewaltt\u00e4tige Aktionen. Ein unter den Aspekten der emanzipativen Perspektivit\u00e4t von Design gestaltetes Spiel k\u00f6nnte eine Anfangsszene nach dem bekannten Muster anbieten und die Protagonisten der Spielhandlung mit jedem weiteren erreichten Schwierigkeitsgrad des Spiels in Analogie zu chemischen Elementen bringen und die Handlung mit chemischen Reaktionen vergleichen. Bei der Konzeption eines solchen Spiels ist darauf zu achten, dass die Jugendlichen die Strategie der Erweiterung des Erfahrungshintergrunds nicht fr\u00fchzeitig durchschauen, damit das Spiel bis zum Ende Spa\u00df macht und gleichzeitig zu einem besseren Verst\u00e4ndnis von Chemie f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Menschen, die von der introvertierten Tendenz beeinflusst sind, f\u00fchlen sich von vielen Ereignissen innerlich ber\u00fchrt und verhalten sich in einer Art intuitivem Schutzmechanismus sch\u00fcchtern und zur\u00fcckhaltend. Im Sinne der initiativen Option der antizipativen Komponente \u00e4sthetischer Erfahrung muss diese die pers\u00f6nliche Weiterentwicklung l\u00e4hmende Zur\u00fcckhaltung mittels der emanzipativen Perspektivit\u00e4t von Design aufgebrochen werden. In Amerika gibt es speziell f\u00fcr M\u00e4dchen entwickelte Computerspiele, die es erm\u00f6glichen, verschiedene Rollen anzunehmen und beispielsweise zu testen, wie sich der Einstieg in eine neue Schulklasse nach einem Umzug gestaltet, je nachdem, wie sich die Spielfigur, mit der sich die Spielerin identifizieren kann, verh\u00e4lt. Solche Spiele unterst\u00fctzen sch\u00fcchterne M\u00e4dchen dabei, andere Menschen besser zu verstehen, sich zu \u00f6ffnen, aktiver zu werden und somit den Erfahrungshintergrund zu erweitern.<\/p>\n<p>Personen, welche von der explorativen Tendenz bewegt sind, springen schnell auf jedes neue Angebot, dass sie entdecken an. Sie sind aber selten in der Lage, vor der Annahme eines Angebots zu pr\u00fcfen, ob es in eine positive Richtung weiterf\u00fchren wird noch den Erfolg nachher zu beurteilen. Diesen Personen muss das impulsive Potential von Design mit Ausrichtung auf die emanzipative Perspektivit\u00e4t den Zugang zu f\u00fcr sie sinnvollen, ihren Erfahrungshintergrund erweiternden Angeboten \u00f6ffnen. Eine M\u00f6glichkeit dazu bietet das Infotainment. Es ist als Versuch beschreibbar, durch Unterhaltung als K\u00f6der Information zu vermitteln. Ein positives Beispiel hierf\u00fcr ist die Fernsehproduktion Quarks &#038; Co des Westdeutschen Rundfunks. Ein weiteres Beispiel sind Suchmaschinen im Internet, die den von der eplorativen Tendenz Getriebenen durch vorausgew\u00e4hlte Links zur Entdeckung interessanter Websites verhelfen. In Zukunft wird das Surfen im Netz durch proaktive Agenten unterst\u00fctzt, die das Internet nach Kriterien durchsuchen, welche der Nutzer zuvor je nach eigenen Interessen bestimmen kann. Die Schaltung von animierten, Aufmerksamkeit weckenden Werbebannern ist dagegen mit Vorsicht zu bewerten. Sie locken Nutzer, die sich von der explorativen Tendenz treiben lassen so tief in das Netz, dass diese sich leicht darin verlieren und am Ende nichts zur Erweiterung ihres Erfahrungshintergrunds verwertbares mitnehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Design gem\u00e4\u00df der Strategie der Erweiterung in Korrespondenz zur initiativen Option stellt zun\u00e4chst ein Anschluss zur momentanen Tendenz sowie zum Erfahrungshintergrund her und bietet dann weiterf\u00fchrende Perspektiven an. Vorsicht ist dahingehend geboten, als dieses Vorgehen auch als Verlockungstaktik eingesetzt wird,&hellip;  <\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/akkumulation-zur-strategie-der-erweiterung-bezueglich-der-initiativen-option\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":981,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[24,26],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=756"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1044,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/756\/revisions\/1044"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media\/981"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=756"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=756"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=756"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}