{"id":719,"date":"2015-12-18T21:13:55","date_gmt":"2015-12-18T20:13:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=719"},"modified":"2015-12-18T21:42:50","modified_gmt":"2015-12-18T20:42:50","slug":"ausuebung-zum-kriterium-der-variabilitaet-bezueglich-der-organischen-logik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/ausuebung-zum-kriterium-der-variabilitaet-bezueglich-der-organischen-logik\/","title":{"rendered":"Aus\u00fcbung > Zum Kriterium der \u00bbVariabilit\u00e4t\u00ab bez\u00fcglich der organischen Logik"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 0 -8px 0\" width=\"60px\" height=\"30px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/i_adaptiv.svg\" src=\"\" width=\"60px\" height=\"30px\" alt=\"adaptives Potential\"  \/><\/svg> Im dritten Subprozess im Teilprozess der Reaktivation, der Aus\u00fcbung, kann sich aufgrund von Eigenininitiative die Kompetenz zum virtuosen, Varianten erzeugenden Umgegen mit organischen Medien entwickeln. Zwar sind durch diese Kompetenz die bedingenden Zw\u00e4nge der Medien nicht zu beseitigen, sie tr\u00e4gt aber zu einer befreiten, von positiven Gef\u00fchlen begleiteten Interaktion mit ihnen bei. Diese gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige Qualit\u00e4t der Erfahrung w\u00e4hrend dem Subprozess der Aus\u00fcbung wird mittels dem Kriterium der Variabilit\u00e4t untersucht.<\/p>\n<p>Organische Medien sind zwar immer durch das Individuum konkretisiert, aber sie entfalten sich in Abh\u00e4ngigkeit von den Wertma\u00dfst\u00e4ben innerhalb der sozialen Eingebundenheit und der vorherrschenden Orientierung an einem sozialen Strukturtyp. Wenn in einem sozialen System statische Werte wie die Identit\u00e4t, welche eine Person verk\u00f6rpert oder die gesellschaftliche Position, welche eine Person einnimmt, Vorrang haben, so stehen die gezielte Erarbeitung und Sicherung von diesem Status im Vordergrund der Nutzung und Reaktivation von einmal aktivierten und manifestierten Medien. Flexibilit\u00e4t im Verhalten wird nur im Falle der gegl\u00fcckten Statussteigerung belohnt, aber das damit verbunden Risiko bleibt dem einzelnen \u00fcberlassen. Kann dieser nicht auf Sicherheiten zur\u00fcckgreifen, so wird er versuchen, das Risiko gering zu halten und dementsprechend unflexibel sein, also seine organischen Medien wie Sprachgebrauch, Fremdsprachenkenntnisse, sportliche, artistische oder musische F\u00e4higkeiten, emotionale Qualit\u00e4ten usw. wenig variieren. Werden in einem sozialen System dagegen dynamische Werte wie der pers\u00f6nliche Lebensweg oder lebendige soziale Beziehungen betont, so ist das Bem\u00fchen um pers\u00f6nliche und gemeinsame Lebensqualit\u00e4t die ma\u00dfgebende Aktivit\u00e4t. Organische Medien sind dann nicht nur Mittel zum Zweck, sondern stellen in ihrer Gestaltbarkeit durch Variantenbildungen eine qualitative Lebensbereicherung dar.<\/p>\n<p>Wie die Menschheitsgeschichte zeigt, sind organische Medien sehr verschiedenartig gestaltbar. Auch unter Selektion dieser Varianten durch eine ethische Wertung bleiben noch viele gleichwertige M\u00f6glichkeiten zur Ausformung menschlicher F\u00e4higkeiten \u00fcbrig. All die unterschiedlichen M\u00f6glichkeiten k\u00f6nnen voneinander profitieren. Sie m\u00fcssen nicht wie in einem Nullsummenspiel (vgl. Watzlawick, Anleitung zum Ungl\u00fccklichsein, S. 121 ff.) gegeneinander ausgespielt werden. Spielerische Gestaltung von organischen Medien schafft Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr den einzelnen und h\u00e4lt als gelebte Vielfalt reichhaltige Ressourcen f\u00fcr die \u00dcberlebensf\u00e4higkeit sozialer Systeme bereit. Die Reaktivation in Form der Rezeption oder Nutzung solcher an organische Medien gebundenen Produkte erfolgt mit Respekt und Wertsch\u00e4tzung vor der Arbeit, die zu deren Entstehen f\u00fchrte. Den Gegensatz dazu bilden maschinell gefertigte Produkte, die in immer gleicher Qualit\u00e4t instantan zur Verf\u00fcgung stehen und gedankenlos verbraucht werden.<\/p>\n<p>Das Kriterium der Variabilit\u00e4t bez\u00fcglich der Interaktion mit organischen Medien wird durch ein abwechslungsreiches, Flexibilit\u00e4t f\u00f6rderndes adaptives Potential von Design positiv angeregt und durch monotone, die Bildung fester Schemata beg\u00fcnstigender Impulse geschw\u00e4cht. Im Subprozess der Aus\u00fcbung und bez\u00fcglich dem Kriterium der Variabilit\u00e4t ist das adaptive Potential von Design eng mit der Art und Weise der Ausf\u00fchrung durch die aktive Person verbunden.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das adaptive Potential von Design<\/h2>\n<p>Die F\u00e4higkeit zum lockeren, Grenzen austestenden, akzentuierenden Variieren von bestimmten organischen Logiken macht einen gro\u00dfen Teil der \u00e4sthetischen Erfahrung und der Lebensqualit\u00e4t aus. Aktive Menschen halten selten nur an einem im Organismus verk\u00f6rperten Wissensschema fest, sie spielen damit, korrigieren es, entwickeln alternative Varianten und regen dadurch auch andere Menschen zu flexiblerem, das Kriterium der Variabilit\u00e4t positiv erfahrbar machendem Verhalten an. Ge\u00fcbte Schauspieler faszinieren, indem sie verschiedenste Pers\u00f6nlichkeiten verk\u00f6rpern k\u00f6nnen. Die Fotok\u00fcnstlerin Cindy Sherman scheint f\u00fcr jedes Foto in die Lebensgeschichte eines anderen fiktiven Menschen zu schl\u00fcpfen. Der Musiker Justus Frantz spielt auf dem Klavier ein Potpourri von ineinanderflie\u00dfenden Melodien verschiedenster Musikstile. Der bekannte F\u00e4lscher Konrad Kujau zeichnet oder malt spontan im Stil unterschiedlichster K\u00fcnstler. Routinierte Zehnk\u00e4mpfer stellen ihre Motorik schnell auf die jeweilige Sportart ein. Erfahrene T\u00e4nzer beherrschen klassische, moderne und freie Tanzstile. Ge\u00fcbte Schachspieler haben tausende von Zugfolgen parat und k\u00f6nnen diese zudem variieren. Solche Menschen entwickeln durch die st\u00e4ndige Aus\u00fcbung der Interaktion mit den durch die organische Logik bestimmten Medien die F\u00e4higkeit, ihre Medien-Schemata und \u00e4sthetischen Lebensmuster zu variieren, ohne einer v\u00f6lligen Beliebigkeit zu verfallen und ohne ihre Ressourcen in unproduktiven, Machtschemata festigenden, zwischenmenschlichen Kleinkriegen zu verschwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im dritten Subprozess im Teilprozess der Reaktivation, der Aus\u00fcbung, kann sich aufgrund von Eigenininitiative die Kompetenz zum virtuosen, Varianten erzeugenden Umgegen mit organischen Medien entwickeln. 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