{"id":693,"date":"2015-12-18T20:12:28","date_gmt":"2015-12-18T19:12:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=693"},"modified":"2015-12-18T21:36:22","modified_gmt":"2015-12-18T20:36:22","slug":"einpraegung-zum-kriterium-der-umweltvertraeglichkeit-bezueglich-der-kontextuellen-logik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/einpraegung-zum-kriterium-der-umweltvertraeglichkeit-bezueglich-der-kontextuellen-logik\/","title":{"rendered":"Einpr\u00e4gung > Zum Kriterium der \u00bbUmweltvertr\u00e4glichkeit\u00ab bez\u00fcglich der kontextuellen Logik"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 0 -8px 0\" width=\"60px\" height=\"30px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/i_situativ.svg\" src=\"\" width=\"60px\" height=\"30px\" alt=\"situatives Potential\"  \/><\/svg> Zum letzten Subprozess der Manifestation von medial bedingten Erfahrungen, der Einpr\u00e4gung, geh\u00f6rt in Relation zu Medien mit kontextueller Logik die Abstimmung mit den bereits im Kontext vorhandenen Medien. Zu diesen ist auch die kontextbezogene Gegebenheit der Natur zu z\u00e4hlen, welche der beliebigen Verbreitung und Einpr\u00e4gung von Erfahrungen durch kontextuelle Medien entgegensteht. Daher ist bez\u00fcglich der Einpr\u00e4gung von Erfahrungen im Umgang mit Medien mit kontextueller Logik besonders im Zeitalter der Globalisierung das Kriterium der Umweltvertr\u00e4glichkeit zu beachten. Hierbei ist der Gedanke entscheidend, dass es nicht allein darum geht, die Umweltvertr\u00e4glichkeit sicherzustellen, indem die Vermittlung des westlichen Lebensstils und der mit diesem aktivierten und bereits manifestieren Medien mit kontextueller Logik erschwert wird. Denn bei aller Kritik sind auch positive Errungenschaften dieser Lebensweise f\u00fcr die Erfahrungsbildung und die Lebensqualit\u00e4t zu konstatieren, deren weitere Einpr\u00e4gung und Manifestation w\u00fcnschenswert ist und sich mit der parallel stattfindenden Vermittlung von Lebensweisen anderer Kulturen erg\u00e4nzen sollte.<\/p>\n<p>Das situative Potential von Design entspricht dem Kriterium der Umweltvertr\u00e4glichkeit, indem Medien mit kontextueller Logik nicht einfach generell und global gleichartig umgesetzt werden, sondern eine den jeweiligen Gegebenheiten entsprechende Ausformung erhalten, die es erm\u00f6glicht, ihren positiven Wert in die Erfahrungsbildung und die \u00e4sthetische Erfahrung bez\u00fcglich verschiedenen Lebenskontexten einzupr\u00e4gen, ohne die \u00f6kologischen Zusammenh\u00e4nge zu verletzen.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das situative Potential von Design<\/h2>\n<p>In diesem Zusammenhang ist auch ein differenziertes Technikverst\u00e4ndnis zu entwickeln, das Medien mit hohem technischen Bearbeitungsanteil nicht pauschal als sch\u00e4dlich f\u00fcr Mensch und Natur verurteilt. So weist etwa moderne, vollst\u00e4ndig aus Nylon gefertigte Kleidung gegen\u00fcber einem Baumwollprodukt einen h\u00f6heren Tragekomfort, bessere Pflegeleichtigkeit und eine ann\u00e4hernd einhundertprozentige Wiederverwertbarkeit auf. Diese Nylonkleidung ist somit gerade durch die komplexe technische Fertigung umweltvertr\u00e4glicher als vergleichbare Baumwollprodukte und es ist daher sinnvoll die zugeh\u00f6rige Technologie zu vermitteln und zu verbreiten.<\/p>\n<p>Zu einer umweltvertr\u00e4glichen, einander erg\u00e4nzenden Einpr\u00e4gung der aus westlichem und \u00f6stlichem Lebensstil gewonnenen Erfahrungen kommt es zum Beispiel im Bereich der Nahrungsmittelverarbeitung. Die Filiale eines Shanghai Hotels in Hamburg nutzt zwar die Methoden und Ger\u00e4tschaften der asiatischen K\u00fcche, l\u00e4sst aber keine Originalzutaten einfliegen, sondern verwendet gro\u00dfteils die Nahrungsmittel der Region.<\/p>\n<p>Friedrich Schmidt-Bleek entwickelte am Wuppertaler Institut f\u00fcr Klima, Umwelt, Energie das Faktor-10-Konzept, dessen leichter realisierbarere Variante im 1995 erschienenen \u00d6ko-Bestseller \u00bbFaktor 4\u00ab von Ernst Ulrich von Weiz\u00e4cker pr\u00e4sentiert wurde. Bleek setzt den Materialaufwand mit seinem Nutzen in Verbindung. Hierauf basiert das MIPS-Konzept, das den Material-Input pro Einheit Service berechnet. Je mehr solcher Einheiten f\u00fcr die Herstellung eines Produkt ben\u00f6tigt werden, desto gr\u00f6\u00dfer ist der \u00f6kologische Rucksack, den das Produkt mit sich tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Durch diese Berechnungseinheit wird es m\u00f6glich, die Effizienz des Materialeinsatzes bez\u00fcglich verschiedener Materialien und deren F\u00f6rderungs- und Verarbeitungsverfahren sowie den Transport- oder Recyclingaufwand zu vergleichen. Ziel ist es, bei gleichbleibender oder sogar steigender Lebensqualit\u00e4t das Material zuk\u00fcnftig zehnmal effizienter als heute einzusetzen. F\u00fcr das situative Potential von Design hei\u00dft dies, dass die Qualit\u00e4t der durch Interaktion mit einem Lebenskontext gewonnenen Erfahrungen auch in andere Kontexte verbreitet und medial gepr\u00e4gt werden kann, wenn die manifestierende Einpr\u00e4gung unter Beachtung der Bedingungen der jeweiligen Umweltgegebenheiten erfolgt und mit deren kontextueller Logik beispielsweise dem Klima abgestimmt wird. So ist die Energieversorgung der Haushalte nicht in erster Linie durch die Absenkung der Wohntemperatur, welche oft als zu k\u00fchl empfunden wird, effizienter zu gestalten. Es ist vielmehr zu pr\u00fcfen, ob sich zentrale oder dezentrale Energieversorgung besser eignet, welche W\u00e4rmed\u00e4mmung m\u00f6glich ist und welche Heizenergie, von der Muskelkraft \u00fcber biologische Brennstoffe bis zur Wind- oder Solarenergie je nach Beschaffenheit des Lebensraums g\u00fcnstiger ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum letzten Subprozess der Manifestation von medial bedingten Erfahrungen, der Einpr\u00e4gung, geh\u00f6rt in Relation zu Medien mit kontextueller Logik die Abstimmung mit den bereits im Kontext vorhandenen Medien. 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