{"id":688,"date":"2015-12-18T20:04:17","date_gmt":"2015-12-18T19:04:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=688"},"modified":"2015-12-18T21:49:21","modified_gmt":"2015-12-18T20:49:21","slug":"verbreitung-zum-kriterium-der-abstrahierbarkeit-bezueglich-der-standardisierten-logik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/verbreitung-zum-kriterium-der-abstrahierbarkeit-bezueglich-der-standardisierten-logik\/","title":{"rendered":"Verbreitung > Zum Kriterium der \u00bbAbstrahierbarkeit\u00ab bez\u00fcglich der standardisierten Logik"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 0 -8px 0\" width=\"60px\" height=\"30px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/i_innovativ-1.svg\" src=\"\" width=\"60px\" height=\"30px\" alt=\"innovatives Potential\"  \/><\/svg> Medien mit standardisierter Logik und die mit ihrem Umgang verbundenen Erfahrungen werden im zweiten Subprozess im Teilprozess der Manifestation durch eine weitgehende Abl\u00f6sung von r\u00e4umlichen und zeitlichen Beschr\u00e4nkungen verbreitet. Technische Zeichnungen abstrahieren beispielsweise durch die ma\u00dfst\u00e4bliche Verkleinerung von r\u00e4umlichen Bedingungen. Die moderne Zeitmessung abstrahiert von naturgegebenen Rhythmen wie den Gezeiten und dem Sonnenstand. Entscheidend f\u00fcr die weltweite Verbreitung einer einheitlichen Zeit ist die Passung der Zeitzonen und die Genauigkeit der Zeitmessung, nicht das individuelle Zeitempfinden.<\/p>\n<p>Nur solche Erfahrungen, die nicht an Raum und Zeit haften und daher abstrahiert werden k\u00f6nnen, sind in Form von Medien mit standardisierter Logik zu manifestieren. Da innerhalb der erlebten Erfahrung w\u00e4hrend einer Interaktion meist alle medialen Logiken mitwirken, gelingt es vielen Menschen nicht, eine Trennung zwischen abstrahierbarem und an den singul\u00e4ren Organismus gebundenem Erfahrungswissen zu ziehen. Deshalb f\u00e4llt es diesen Menschen insgesamt schwer, geeignete Erfahrungen zu abstrahieren. Im Zusammenhang dieser Untersuchung ist es wichtig, abstrahierbare und im Organismus oder an den Lebenskontext gebundene Erfahrungen m\u00f6glichst getrennt voneinander zu untersuchen und nicht gegeneinander abzuw\u00e4gen, indem beispielsweise die F\u00e4higkeit zur Abstraktion oder zum authentischen Empfinden von Erfahrung gegeneinander ausgespielt werden. Beide F\u00e4higkeiten sind f\u00fcr die Entfaltung von Lebensqualit\u00e4t wichtig. Viele Erfahrungsbereiche des Lebens werden inzwischen von der Interaktion mit standardisierten Medien bestimmt und sie verbreiten sich weiter. Die Manifestierung dieser Bereiche sollte nicht denjenigen \u00fcberlassen bleiben, die ihrerseits prim\u00e4r die F\u00e4higkeit zur Abstraktion pflegen und andere Erfahrungsakzente ausblenden. Daher w\u00e4re es wichtig, durch das innovative Potential von Design gerade diejenigen Menschen zur Teilnahme an der Interaktion mit standardisierten Medien anzuregen, f\u00fcr die das Kriterium der Abstrahierbarkeit ihrer Erfahrung eine schwer zu erf\u00fcllende Bedingung darstellt.<\/p>\n<p>Das innovative Potential von Design kann dabei mitwirken, die Abstrahierbarkeit einer Erfahrung zu erleichtern. Dies unterst\u00fctzt Menschen dabei, sich an der Verbreitung von Erfahrungen \u00fcber Raum und Zeit hinweg mitzubeteiligen und auch ihre Erfahrungen einbringen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das innovative Potential von Design<\/h2>\n<p>Die kindlichen Ans\u00e4tze zur Abstaktionsf\u00e4higkeit zu f\u00f6rdern, war das Anliegen von Friedrich Fr\u00f6bel (1782\u00ad1852), der hierf\u00fcr einen speziellen Systembaukasten mit Holzbausteinen entwickelte. Einen anderen Weg schl\u00e4gt der amerikanische B\u00fcrgerrechtler und Mathematikprofessor Bob Moses ein. Sein Mathematikunterricht baut auf die konkreten Erfahrungen seiner Sch\u00fcler, die oft in den Randbezirken leben, auf. Mathematik ist f\u00fcr ihn ein Vehikel, um die gesamten intellektuellen F\u00e4higkeiten zu trainieren. Er sieht in der F\u00e4higkeit zum abstrakten Denken den Schl\u00fcssel f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Chancen der jungen Generation. Moses vertritt die These, dass Menschen erst dann, wenn sie f\u00e4hig sind, ihre Gedanken zu strukturieren und zu abstrahieren, Forderungen an die Gesellschaft stellen und dass insofern Mathematik auch als ein Werkzeug f\u00fcr die Freiheit gelten kann (vgl. Schimmeck, 1999).<\/p>\n<p>Ebenso mit einer politischen Intention im Hintergrund gestaltete Otto Neurath die Isotype, ein System aus piktogrammartigen Zeichen, das verbalen Sprachunterschiede \u00fcberbr\u00fcckend, im Prinzip den Menschen weltweit allein aufgrund ihrer naturgegebenen Abstraktionsf\u00e4higkeit verst\u00e4ndlich sein sollten. Ein Ziel war es, mittels diesem System schriftunkundigen Menschen die Teilnahme an einer universellen Kommunikation und sogar an der Weiterentwicklung der Wissenschaft zu erleichtern. Die philosophische Vision einer Einheitswissenschaft die sich unter der Mitwirkung aller Menschen entfaltet, erf\u00fcllte sich nicht in der erwarteten Form. Denn allein durch Intuition ist die Bedeutung vieler Piktogramme nicht zu erfassen, vielmehr m\u00fcssen auch solche Zeichen \u00e4hnlich den Schriftzeichen zun\u00e4chst erlernt werden. Hinsichtlich anderer Bereiche, den Verkehrszeichen, den Markenzeichen dem Gebrauch abstrakter Abk\u00fcrzungen, der Veranschaulichung des Wetterberichts, der Entwicklung von Zeichen f\u00fcr die Navigation im Internet usw. hat sich aber das Prinzip eine abstrakten, standardisierten Darstellungsweise bew\u00e4hrt. Durch den Wechsel von Abstraktion und innovativem Design bilden sich immer neue Standards, die dann wiederum durch das innovative Potential von Design in verschiedene Richtungen weiterentwickelt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr diese Dynamik zwischen Vereinheitlichung und Differenzierung ist exemplarisch das Software-Design zu nennen, dessen Programmierstandards sich in den letzten Jahrzehnten ausgehend von Objekten zu verteilten Objekten differenzierten und derzeit als Komponenten auf einer h\u00f6heren Abstraktionsstufe integriert werden. Das hierbei entstandene Konzept der Schnittstelle wird inzwischen auch auf die Beschreibung von Designproblemen bez\u00fcglich anderer Medien angewendet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medien mit standardisierter Logik und die mit ihrem Umgang verbundenen Erfahrungen werden im zweiten Subprozess im Teilprozess der Manifestation durch eine weitgehende Abl\u00f6sung von r\u00e4umlichen und zeitlichen Beschr\u00e4nkungen verbreitet. 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