{"id":653,"date":"2015-12-18T17:13:21","date_gmt":"2015-12-18T16:13:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=653"},"modified":"2015-12-18T17:14:20","modified_gmt":"2015-12-18T16:14:20","slug":"entwicklung-zum-kriterium-der-trainierbarkeit-bezueglich-der-organischen-logik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/entwicklung-zum-kriterium-der-trainierbarkeit-bezueglich-der-organischen-logik\/","title":{"rendered":"Entwicklung > Zum Kriterium der \u00bbTrainierbarkeit\u00ab bez\u00fcglich der organischen Logik"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 0 -8px 0\" width=\"60px\" height=\"30px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/i_adaptiv.svg\" src=\"\" width=\"60px\" height=\"30px\" alt=\"adaptives Potential\"  \/><\/svg> Spielerisch werden die Grenzen der organischen Logik erforscht und mittels Variieren deren M\u00f6glichkeiten entfaltet. Diese Vielfalt b\u00fcndelt sich durch die Auswahl eines angestrebten Ziels und entwickelt sich durch Trainieren weiter auf ein spezifisches Konzentrat der organischen Medien hin. Jedes Individuum stellt eine solch einzigartige Ausformung der organischen Medien dar.<\/p>\n<p>Dieses Kriterium ist mit dem Begriff \u00bbTrainieren\u00ab bezeichnet, weil dieser deutlicher als der in diesem Zusammenhang ebenfalls m\u00f6gliche Begriff \u00bbLernen\u00ab mit der Bedeutung von k\u00f6rperlichem Einsatz verbunden wird. Auch geistige F\u00e4higkeiten sind ohne k\u00f6rperlichen Einsatz nicht entwickelbar. Durch Training werden die k\u00f6rperlichen Potentiale zu gezielt einsetzbaren Medien ausgeformt, egal ob sie zur Erzeugung sportlicher oder k\u00fcnstlerischer Bewegungsmuster, zur Generierung wissenschaftlicher Theorien oder phantasievoller Gehirnmuster dienen. Die Bedeutung von Training schlie\u00dft hier ein Lernen ein, das durch intuitiv entwickeltes Verstehen generiert wird. Es geht nicht darum, scheinbar feststehendes Wissen nach dem Lehrmodell des N\u00fcrnberger Trichters zu \u00fcbernehmen. Das Kriterium der Trainierbarkeit kennzeichnet die Erfahrung des Lernens als aktives T\u00e4tigsein, das im Unterschied zum Spielen oder Variieren, jedoch auf diese Erfahrungen aufbauend, einen bestimmten Weg weiterentwickelt.<\/p>\n<p>Im Zuge dieses lernenden Trainierens formt sich die individuelle Pers\u00f6nlichkeit mit den Kompetenzen oder Inkompetenzen ihrer spezifisch ausgepr\u00e4gten organischen Medien. Dieses Trainieren erfolgt nicht isoliert. Es ist eingebunden in soziale und kontextuelle Interaktion und Kommunikation. Aber die Arbeit des Trainierens als Weiterentwickeln der organischen Medien muss jede Person selbst vollbringen. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen produktivem und rezeptivem T\u00e4tigsein. Es l\u00e4sst sich leichter und schneller lernen einen Gewichtheber zu beobachten, als ein Gewicht selbst zu heben. Ebenso ist es einfacher, von anderen produzierte Theorien zu kritisieren, als selber welche zu entwickeln.<\/p>\n<p>Lernen als Trainieren ben\u00f6tigt gegen\u00fcber dem Lernen als \u00dcbernehmen von Bew\u00e4hrtem viel Zeit. Ab dem \u00dcbergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen steht die erforderliche Zeit meistens nicht mehr zur Verf\u00fcgung. Dies mag die Hauptursache daf\u00fcr sein, dass heute lieber Bew\u00e4hrtes thematisiert wird, entweder durch unkritische \u00dcbernahme oder durch zerm\u00fcrbende Kritik aus der sicheren Distanz des unbeteiligten Beobachters. Solange ein Vergleich m\u00f6glich ist, zeigt er, dass mit dem Verzicht auf die pers\u00f6nliche Entfaltung der organischen Medien zur kreativen Produktion ein Gro\u00dfteil der m\u00f6glichen Lebensqualit\u00e4t und -intensit\u00e4t verloren geht. Daher suchen viele Menschen innerhalb ihrer sozialen Rahmenbedingungen nach M\u00f6glichkeiten sich selbst mit der Entfaltung ihrer organischen Medien weiterzuentwickeln und w\u00e4hlen oft nicht den einfachsten Weg.<\/p>\n<p>Das adaptive Potential von Design kann das Kriterium der Trainierbarkeit bez\u00fcglich Medien mit organischer Logik unterst\u00fctzen, indem die Aktivit\u00e4t von Menschen st\u00e4rker gef\u00f6rdert wird, als ihre blo\u00dfe Pr\u00e4senz oder eine passive Konsumhaltung.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das adaptive Potential von Design<\/h2>\n<p>Dem einzelnen Menschen ist es unm\u00f6glich, seine organischen Medien hinsichtlich allen offenen Perspektiven zu trainieren und weiterzuentwickeln; er muss sich entscheiden. Daher w\u00e4chst mit zunehmender Komplexit\u00e4t der Orientierungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Kreation von Lebensperspektiven der Bedarf an komprimierten Angeboten f\u00fcr zun\u00e4chst das allt\u00e4gliche Leben vereinfachende und schlie\u00dflich Expertenwissen ersetzende Probleml\u00f6sungen. Vom Instantkaffee zur Robotersteuerung f\u00fcr Gehirnoperationen, von den Stra\u00dfenverkehrsregeln zum Grundgesetz, von H\u00f6flichkeitsformen zu Lebensf\u00fchrungshilfen reichen weite Entwicklungsspannen. Aber ohne pers\u00f6nliche produktive Mitwirkung an diesen Prozessen oder ohne Erfahrung des Trainierens in wenigstens einem Bereich, die zum Verst\u00e4ndnis anderer Bereiche beitragen kann, nimmt ein Nutzer schlie\u00dflich generell eine passive Konsumentenhaltung ein und glaubt unterschiedslos hinsichtlich jedem Produktangebot er brauche nur einen einfachen Input zu geben, um als Output das gew\u00fcnschte Resultat zu bekommen. Je umfangreicher dieses Prinzip zum Tragen kommt, desto unproduktiver, unkreativer, verdummender und \u00e4sthetisch \u00e4rmer wird das Leben der Menschen, denn ihre aktive und damit Ver\u00e4nderungen einbringende Beteiligung ist nicht gefragt und wird nicht gef\u00f6rdert. Dieser Tendenz k\u00f6nnen Designer entgegenwirken, indem sie nicht versuchen, jeglichen Aufwand f\u00fcr den Nutzer, sei es bez\u00fcglich der Handhabung oder dem kognitiven Umgang mit Produkten durch reibungslose, funktionale Gestaltung auszuschalten.<\/p>\n<p>Da es inzwischen relativ leicht ist, ohne fundiertes Vorwissen mit dem Computer perfekte Resultate zu erzeugen, steigt der Wert von Produkten, die prim\u00e4r mittels organischer Medien entstehen wie Zeichnungen, Live-Musik, Sportlichkeit, Artistik aber auch Reiseberichte, Biografien, usw. Im Ausgleich zu der Vielzahl von scheinbar zusammenhanglosen, austauschbaren Produktangeboten, erf\u00e4hrt das authentisch Gewachsene mehr Beachtung. Dadurch erh\u00e4lt das Kriterium der Trainierbarkeit einen wichtigeren Stellenwert f\u00fcr die \u00e4sthetische Erfahrung des Akteurs.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spielerisch werden die Grenzen der organischen Logik erforscht und mittels Variieren deren M\u00f6glichkeiten entfaltet. Diese Vielfalt b\u00fcndelt sich durch die Auswahl eines angestrebten Ziels und entwickelt sich durch Trainieren weiter auf ein spezifisches Konzentrat der organischen Medien hin. 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