{"id":646,"date":"2015-12-18T16:54:06","date_gmt":"2015-12-18T15:54:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=646"},"modified":"2015-12-18T17:15:50","modified_gmt":"2015-12-18T16:15:50","slug":"verbesserung-zum-kriterium-der-simulierbarkeit-bezueglich-der-standardisierten-logik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/verbesserung-zum-kriterium-der-simulierbarkeit-bezueglich-der-standardisierten-logik\/","title":{"rendered":"Verbesserung > Zum Kriterium der \u00bbSimulierbarkeit\u00ab bez\u00fcglich der standardisierten Logik"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 0 -8px 0\" width=\"60px\" height=\"30px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/i_innovativ-1.svg\" src=\"\" width=\"60px\" height=\"30px\" alt=\"innovatives Potential\"  \/><\/svg> W\u00e4hrend die korrigierende Variation organischer Medien unhintergehbar durch die Einhaltung der Lebenserhaltungsbedingungen und die Erneuerung kontextueller Medien durch gemeinsame Nutzung zus\u00e4tzlich noch st\u00e4rker von sozialen Konventionen begrenzt ist, ergibt sich hinsichtlich der standardisierten Medien die M\u00f6glichkeit des materielle und humane Ressourcen sparenden, umfassenden Simulierens. Jemand, der im Gr\u00fcbeln und Nachdenken versunken ist, simuliert. In diesem Sinne ist das Simulieren ein forschender Denkprozess, der parallel zum Entwerfen und Konzipieren abl\u00e4uft und immer wieder verschiedene Alternativen durchdenkt und korrigiert, mit einfachen Modellen experimentiert und schlie\u00dflich mehrere L\u00f6sungsstufen fixiert, die aber weiterhin f\u00fcr Korrekturen offen sind. Diesen Aspekt des Teilprozesses der Aktivation soll das Kriterium der Simulierbarkeit erfassen, nicht die T\u00e4uschungsabsicht, die dem deshalb absch\u00e4tzig so genannten Simulanten unterstellt wird.<\/p>\n<p>Der Begriff \u00bbSimulation\u00ab bezeichnet in der Computertechnologie die modellhafte Visualisierung bestimmter Wirkzusammenh\u00e4nge mit Hilfe des Computers sowie das Durchspielen ihrer zeitlichen Ver\u00e4nderungen in Abh\u00e4ngigkeit von variablen Einflussgr\u00f6\u00dfen. Simulationen sind dynamische Modelle. Sie sind wie alle Modelle leicht korrigierbar und die verschiedenen Korrekturstufen sind miteinander vergleichbar. Durch ihre F\u00e4higkeit zeitliche Dynamik zu integrieren, k\u00f6nnen sie lebensnah, komplexere Vorg\u00e4nge visualisieren, als statische Modelldarstellungen. Einsatzgebiete sind beispielsweise die Veranschaulichung von chemischen Reaktionen, Einwirkung von Hochh\u00e4usern auf die Lichtverh\u00e4ltnisse oder die Luftst\u00f6rung in der Umgebung, simulierte Verkehrsunf\u00e4lle usw. Auch Designer m\u00fcssen ihre Ideen kommunizierbar aufbereiten. F\u00fcr komplexere Konzepte reichen dazu organische Medien wie verbale Sprache oder erkl\u00e4rende Gestik und kontextuelle Medien wie durch Designmodelle nicht mehr aus. Simulationen verdeutlichen Bedienungsabl\u00e4ufe, Alterungsprozesse, definierte Wechselwirkungen usw. besser und sie sind leichter zu korrigieren als materiell realisierte Modelle.<\/p>\n<p>Wenn heute viele Wissenschaftler eingestehen, dass es keine endg\u00fcltigen, optimalen Forschungsergebnisse oder Probleml\u00f6sungen geben kann, dann wird es zunehmend relevant, auch den die Disziplin vertiefenden, forschenden Aspekt von Design von der Orientierung an einem Wissenschaftsbild zu l\u00f6sen, das synonym f\u00fcr Allgemeing\u00fcltigkeit steht. Mitwirkung an der Gestaltung der Zukunft hei\u00dft nicht mehr auf einem vorgezeichneten Weg schneller voranzuschreiten und dadurch eine sowieso ablaufende Entwicklung zu beschleunigen. Es geht vielmehr darum den Ist-Status korrigierende, tragf\u00e4hige Alternativen aufzuzeigen. F\u00fcr diesen der Forschung zugeh\u00f6rigen Anteil von Design ist das Experimentieren, das Simulieren und das sp\u00e4ter zu untersuchende Systematisieren als produktives T\u00e4tigsein mithilfe komplexer, standardisierter Medien besser geeignet als die den organischen und den kontextuellen Medien zugeschriebenen T\u00e4tigkeitsarten.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das innovative Potential von Design<\/h2>\n<p>R\u00fcdiger Lutz entwarf als Forschungsarbeit, deren Ergebnisse in dem Buch \u00bbDie sanfte Wende\u00ab (Lutz, 1987) nachzulesen sind, aufgrund der Analyse von im sozialen Zusammenleben einflussreichen Entwicklungsstr\u00f6mungen mittels Simulationsmodellen mehrere unterschiedliche Zukunftsszenarien, Hypothesen f\u00fcr das Design der Zukunft. Damit brachte er eine fachliche Diskussion \u00fcber die W\u00fcnschbarkeit, Korrigierbarkeit und Umsetzbarkeit dieser Szenarien in Gang.<\/p>\n<p>Museen pr\u00e4sentieren Design meist in Form von sch\u00f6nen Gegenst\u00e4nden und tragen dadurch dazu bei, dass Laien unter Design h\u00e4ufig nur eine f\u00fcr die visuelle Wahrnehmung gesch\u00f6nte, formalistische \u00c4sthetik verstehen. Der \u00fcber die Optik hinausgehende, in dem Designprodukt zu ber\u00fccksichtigende, alle Sinne einbeziehende \u00e4sthetische Gebrauchsprozess ist genauso ausgeblendet wie der innovative Ansatz von dem der Designer ausging und der Status von Vorl\u00e4ufigkeit und Eingebundenheit dieser L\u00f6sung in einen experimentellen Arbeitsprozess, aus dem weitere L\u00f6sungen folgen k\u00f6nnen. Gegen\u00fcber dieser starren Pr\u00e4sentationsform k\u00f6nnten Simulationen einen umfassenderen, lebensnahen Eindruck von Entwurfsprozessen und -konzepten vermitteln, Alternativen zeigen und die Besucher auffordern, mithilfe einfacher Programme selbst korrigierend mitzuwirken. Das Designmuseum in London versucht dies zumindest ansatzweise, indem jeder Besucher Gelegenheit hat, den Design- und Entwicklungsprozess am Beispiel einer Zahnb\u00fcrste mit einem komplexen, interaktiven Simulationsprogramms selbst zu vollziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die korrigierende Variation organischer Medien unhintergehbar durch die Einhaltung der Lebenserhaltungsbedingungen und die Erneuerung kontextueller Medien durch gemeinsame Nutzung zus\u00e4tzlich noch st\u00e4rker von sozialen Konventionen begrenzt ist, ergibt sich hinsichtlich der standardisierten Medien die M\u00f6glichkeit des materielle und humane&hellip;  <\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/18\/verbesserung-zum-kriterium-der-simulierbarkeit-bezueglich-der-standardisierten-logik\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":456,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7,20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/646"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=646"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/646\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":648,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/646\/revisions\/648"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media\/456"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=646"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=646"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=646"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}