{"id":464,"date":"2015-12-17T15:23:37","date_gmt":"2015-12-17T14:23:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=464"},"modified":"2018-05-05T18:01:43","modified_gmt":"2018-05-05T16:01:43","slug":"zur-strategie-der-profilierung-bezueglich-der-resonanten-option","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/17\/zur-strategie-der-profilierung-bezueglich-der-resonanten-option\/","title":{"rendered":"Evaluation > Zur Strategie der \u00bbProfilierung\u00ab bez\u00fcglich der resonanten Option"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 8px -8px 0; float: left\" width=\"180px\" height=\"90px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/i6_interpretativ.svg\" src=\"\" width=\"180px\" height=\"90px\" alt=\"interpretative Perspektivi&auml;t\"  \/><\/svg> Differenzierte Analysen w\u00e4hrend einer \u00e4sthetischen Erfahrung durchzuf\u00fchren ist beinahe ausgeschlossen, ohne die gegenw\u00e4rtige Erfahrungsqualit\u00e4t zu beeintr\u00e4chtigen. Es ist aber im Anschluss und in Zwischenphasen m\u00f6glich, zu unterscheiden, Schwerpunkte oder sich mit der Zeit ver\u00e4ndernde Vorlieben im pers\u00f6nlichen Erleben zu erkennen. Einzelerfahrungen, die durch bewusste, wiederholte Evaluation aktuell bleiben, k\u00f6nnen wiederum zu einer weiteren, die gesamte Lebenszeit integrierenden Charakteristik verschmelzen. Design hat die Aufgabe, der Strategie der Profilierung entsprechend, einer \u00e4sthetischen Erfahrung die besondere Kontur, den im Nachhinein bewertbaren Erfahrungscharakter zu verleihen, der zugleich die Einzelerfahrungen einerseits voneinander trennbar macht und andererseits zu fruchtbaren Wechselwirkungen und der Formierung neuer bewusster Profilierungen von Erfahrung anregt.<\/p>\n<p>Mittels der Strategie der Profilierung werden Bezugssysteme f\u00fcr das bewusste Erleben und Evaluieren von \u00e4sthetischer Erfahrung angeboten, welche diese als qualitative Erlebniseinheit vom Hintergrund des allt\u00e4glichen Erfahrungsflusses abheben. Aktives Bewerten und Erleben f\u00f6rdert die Erkenntnis, dass es auf die subjektive Entfaltung und Genussf\u00e4higkeit von Lebensqualit\u00e4t ankommt und diese nicht anhand objektiver Gr\u00f6\u00dfen messbar ist.<\/p>\n<p>Die interpretative Perspektivit\u00e4t von Design wird der Strategie der Profilierung gerecht, indem es Schwerpunkte setzt, Erfahrungstypen kreiert, diese kombiniert, wieder differenziert usw. oder auch nach dem Vorbild des Gesamtkunstwerks m\u00f6glichst viele \u00e4sthetische Erfahrungskomponenten gleichzeitig in einer aufeinander bezogenen, profilierten Art und Weise herausstellt. Aus diesem Grund bleibt es sinnvoll, Kategorien zu bilden, Gattungen und Genres zu unterscheiden. Diese sind sowohl in ihrer Reinform zu pflegen als auch experimentell zu neuen Typen zu verbinden.<\/p>\n<h2>Beispiele f\u00fcr die interpretative Perspektivit\u00e4t von Design<\/h2>\n<p>Die perzeptive Qualit\u00e4t entwickelt sich als reflektierte Sinnlichkeit markanter, wenn sich das formative Design auf einige \u00e4sthetische Mittel konzentriert und kein zusammengetragenes Sammelsurium \u00e4sthetischer M\u00f6glichkeiten gleichzeitig pr\u00e4sentiert. Deshalb haben beispielsweise schwarzwei\u00df Fotos einen besonderen Reiz. Geschmackliche Gemeinsamkeit als besondere Erfahrung konkretisiert sich mittels weniger Charakteristika. So bestimmen die Farben Orange und Braun das typische Geschmacksprofil der siebziger Jahre. Konkrete Dinglichkeit entsteht \u00fcberhaupt erst durch die profilierte, besondere Abgrenzung von einem Umfeld. Der Architekt Jean Nouvel nutzt hierf\u00fcr eine dicke Glasscheibe, um ein Geb\u00e4ude in Paris von der Stra\u00dfe abzuheben und erzeugt f\u00fcr den Fu\u00dfg\u00e4nger durch die Lichtbrechung des Glases einen besonderen Blick auf eine Wiesenfl\u00e4che, die sonst unbeachtet geblieben w\u00e4re. Es entsteht \u00fcberraschend eine profilierte, perzeptive Erfahrungsqualit\u00e4t im Alltag.<\/p>\n<p>Die Strategie der Profilierung f\u00f6rdert die evokative Aktualit\u00e4t von Design einer empathiven Erfahrungsqualit\u00e4t durch die Hervorhebung und Konturierung bestimmter Gef\u00fchle. Bez\u00fcglich dem Selbstgef\u00fchl kann beispielsweise ein weicher Ohrensessel in gediegener Farbgebung das Gef\u00fchl von Geborgenheit vermitteln oder bunte, frische Farben bei Kleidung oder Heimtextilien f\u00f6rdern das Gef\u00fchl von innerer Leichtigkeit. Die Dramaturgie von Festen wie den Er\u00f6ffnungsfeiern zu olympischen Spielen f\u00fchrt die Teilnehmer durch verschiedene, voneinander trennbare Gef\u00fchlserfahrungen zu besonderen Ausformungen der gegenw\u00e4rtigen Verbundenheit. Profilierte und doch wechselnde Ausrichtungen von lebendiger Anmutung und charakteristischen Stimmungen k\u00f6nnen in Geb\u00e4uden durch Zonen mit starker, schwacher, nat\u00fcrlicher oder k\u00fcnstlicher Beleuchtung und unterschiedlichen Sitzm\u00f6beln geschaffen werden. Dadurch ergeben sich beim l\u00e4ngeren Aufenthalt in dem Geb\u00e4ude, wie zum Beispiel einem Rehabilitationszentrum, immer wieder Ansatzpunkte, welche die allt\u00e4gliche Erfahrungsdynamik durchbrechen, Profiliertheit der Erfahrung sowie innere N\u00e4he herstellen und zur bewussten, \u00e4sthetischen Erfahrungevaluation anregen.<\/p>\n<p>Die prospektive Aktualit\u00e4t bezieht die Strategie der Profilierung hinsichtlich der imaginativen Qualit\u00e4t ein. Die individuelle Abstimmung wird durch zunehmende digitale Vernetzung erleichtert. Neben der positiven Wirkung auf die \u00e4sthetische Erfahrung vergr\u00f6\u00dfert sich bei unzureichender Reflexion die Gefahr der Manipulation. Der fiktive Selbstentwurf wird beispielsweise zielgruppengem\u00e4\u00df durch eine, die Profiliertheit der \u00e4sthetischen Erfahrung ansprechende Werbung f\u00fcr immaterielle, zukunftsorientierte Produkte, wie Bausparkassen oder Versicherungen, aktiviert und auf eine spezielle Richtung gelenkt, an der sich die pers\u00f6nliche Generierung des Selbstentwurfs anlehnt. Zielgenaue Ansprache von Internetnutzern, die durch Datenanalyse m\u00f6glich wird, versucht den fiktiven Selbstentwurf der Nutzer auf den, von dem Produktanbieter erw\u00fcnschten Weg zu bringen und diesen weiter auszubauen.<\/p>\n<p>Projektive Einigkeit erw\u00e4chst aus einem, durch die prospektive Aktualit\u00e4t angeregten, pr\u00e4gnant profilierten Erlebnis. Zum Mainfest in Frankfurt stiegen bereits 1997, ein Jahr vor dem hundertf\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche, tausende rote, schwarze und goldene Luftballons auf, um projektive Einigkeit im Hinblick auf das kommende nationale und f\u00fcr die Stadtgeschichte wichtige Ereignis zu erzeugen. Bez\u00fcglich der virtuellen Inszenierungen wird die Strategie der Profilierung genutzt, um immer neue Variationen auszugestalten. Tempor\u00e4re Umweltgestaltung inszeniert jedesmal eine modifizierte oder neue Form bez\u00fcglich der Profilierung. Das prospektive Design von wiederverwertbaren Messest\u00e4nden muss so konzipiert sein, dass mittels kleiner \u00c4nderungen immer wieder in andere Richtungen profilierte Inszenierungen m\u00f6glich sind. Konzepte f\u00fcr den St\u00e4dtetourismus beinhalten Stadtf\u00fchrungen, die durch wechselnde Themen ein jeweils besonderes Erfahrungsprofil inszenieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Differenzierte Analysen w\u00e4hrend einer \u00e4sthetischen Erfahrung durchzuf\u00fchren ist beinahe ausgeschlossen, ohne die gegenw\u00e4rtige Erfahrungsqualit\u00e4t zu beeintr\u00e4chtigen. Es ist aber im Anschluss und in Zwischenphasen m\u00f6glich, zu unterscheiden, Schwerpunkte oder sich mit der Zeit ver\u00e4ndernde Vorlieben im pers\u00f6nlichen Erleben zu erkennen.&hellip;  <\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2015\/12\/17\/zur-strategie-der-profilierung-bezueglich-der-resonanten-option\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":982,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[24,25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/464"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=464"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/464\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1041,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/464\/revisions\/1041"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media\/982"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=464"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=464"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}