{"id":1096,"date":"2016-03-17T21:42:25","date_gmt":"2016-03-17T20:42:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=1096"},"modified":"2016-03-17T21:42:25","modified_gmt":"2016-03-17T20:42:25","slug":"zum-kriterium-der-neuheit-bezueglich-der-explorativen-tendenz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2016\/03\/17\/zum-kriterium-der-neuheit-bezueglich-der-explorativen-tendenz\/","title":{"rendered":"Zum Kriterium der \u00bbNeuheit\u00ab bez\u00fcglich der explorativen Tendenz"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 8px -8px 0; float: left\" width=\"180px\" height=\"90px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/i3_impulsiv.svg\" src=\"\" width=\"180px\" height=\"90px\" alt=\"impulsives Potential\"  \/><\/svg> W\u00e4hrend hinsichtlich der introvertierten Tendenz das Bekannte die intuitive Ankn\u00fcpfung erleichtert, ist bez\u00fcglich der explorativen Tendenz die Neuheit das Kriterium, mit dem \u00e4sthetisches Material den ersten Anschluss beg\u00fcnstigt. Nicht das bew\u00e4hrte Alte, sondern das vielversprechende Neue wird gesucht. In der progressiven Dynamik der explorativen Tendenz geraten viele Reize in das Blickfeld, die am Ende nicht halten, was sie versprechen und es ist ein gewisser Energieverschlei\u00df einzukalkulieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr den einzelnen hei\u00dft das, dass er f\u00fcr die Suche nach Neuem mehr Energie aufwenden muss, als sich auf das Bekannte und die introvertierte Tendenz zu konzentrieren. Jemand, der aufgrund der Erfahrungsqualit\u00e4t der Neuheit einer Kamera, einer Skiausr\u00fcstung, eines Fahrrads, einer Software usw. einen ersten kognitiven Anschlu\u00df herstellt, das Produkt kauft und sich damit in den Strudel von Folgeentwicklungen begibt, die er ebenfalls erwerben muss, um das erste Produkt immer auf dem neuesten Stand zu halten, kommt selten dazu, die Aktivierungsm\u00f6glichkeiten des Produkts f\u00fcr sich sinnvoll zu entfalten. Eine Begleiterscheinung dieser einseitigen Aufmerksamkeit f\u00fcr das Neue ist der Verschlei\u00df \u00e4sthetischer Mittel und ihrer potentiellen Erlebnisqualit\u00e4t. Sie werden nicht hinsichtlich ihrer sensitiven oder animativen Funktion entfaltet, sondern bei n\u00e4chster Gelegenheit durch eine neue Entdeckung ersetzt.<\/p>\n<p>Immer das Neueste zu wissen oder um sich zu haben ist ein psychisches Bestreben, das aus der explorative Tendenz resultiert. Indem die Jagd nach Neuen und die Bevorzugung der explorativen Tendenz zur gesamtgesellschaftlichen Orientierung erhoben wird, erf\u00e4hrt das Handeln des einzelnen eine zus\u00e4tzliche Beschleunigung, die sich in sozialen Systemen fortsetzt. In diesem Zusammenhang zeigt sich der Energie- und Ressourcenverlust anhand von technischen Innovationen, f\u00fcr die man sich um ihrer selbst Willen begeistert, ohne zu pr\u00fcfen, ob sie sich im gewohnten Leben bew\u00e4hren k\u00f6nnen. Die Formierung von Design als Wissenschaft steht in diesem Kontext, der die explorative Tendenz und das Neue hoch einsch\u00e4tzt und die somatische und introvertierte Tendenz sowie das sensitive und das animative Design haupts\u00e4chlich in ihrer, die Akzeptanz von impulsivem Design unterst\u00fctzenden Funktion miteinbezieht. So ist die Frage, was den nun eigentlich das Neue an dem Entwurf sei, bei Diplompr\u00e4sentationen obligatorisch, selbst wenn das Design durch explizite Bezugnahme auf sensitive oder animative \u00e4sthetische Kriterien entstanden ist und Neuheit als solche kein entscheidendes Gestaltungskriterium war.<\/p>\n<p>Die negativen Kritikpunkte zum Kriterium der Neuheit ergeben sich aus dessen \u00dcberbewertung und der Vermischung von Neuheit im Verh\u00e4ltnis zur individuellen Erfahrung und zum gespeicherten Wissen sozialer Systeme. Wenn Neuheit ihren Stellenwert als erste kognitive Ankn\u00fcpfung in der von der explorativen Tendenz getriebenen subjektiven Erfahrung erh\u00e4lt, dann relativiert sich ihrer Bedeutung, denn als weitere \u00e4sthetische Kriterien folgen ihr die sinnvolle Entfaltbarkeit und die Zuordnbarkeit. Das impulsive Potential von Design, das der explorativen Tendenz einen Anschluss bieten will, sollte durch Neuheit auffallen und gleichzeitig dar\u00fcber hinausweisen.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das impulsive Potential von Design<\/h2>\n<p>Ein negatives Beispiel zum Kriterium der Neuheit geben viele Homepages ab, die zwar durch Interesse weckende Links und auffallende Gestaltung zun\u00e4chst Ankn\u00fcpfungen f\u00fcr die explorative Tendenz bieten, bei weiterem Erkunden aber triviale Inhalte darbieten. Ebenso faszinierte die Produktgattung der Pager anfangs durch ihre Neuheit, sowohl bez\u00fcglich der Erscheinung, als auch der versprochenen Funktionen, die sie aber durch zu hohe Nutzungskosten bisher nicht einl\u00f6sen konnte.<\/p>\n<p>Folgenreich im positiven Sinne waren dagegen die neuen Impulse, die David Carson in den 90er Jahren im Kommunikationsdesign setzte. Er zeigte innovative L\u00f6sungen, die vielen Designern auf der Suche nach neuen \u00e4sthetischen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten Anregungen zur Entfaltung weiterf\u00fchrender eigenst\u00e4ndiger Inspirationen boten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend hinsichtlich der introvertierten Tendenz das Bekannte die intuitive Ankn\u00fcpfung erleichtert, ist bez\u00fcglich der explorativen Tendenz die Neuheit das Kriterium, mit dem \u00e4sthetisches Material den ersten Anschluss beg\u00fcnstigt. Nicht das bew\u00e4hrte Alte, sondern das vielversprechende Neue wird gesucht. 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