{"id":1080,"date":"2016-03-17T20:51:40","date_gmt":"2016-03-17T19:51:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?p=1080"},"modified":"2016-03-17T20:51:40","modified_gmt":"2016-03-17T19:51:40","slug":"zum-kriterium-der-hingezogenheit-bezueglich-der-introvertierten-tendenz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2016\/03\/17\/zum-kriterium-der-hingezogenheit-bezueglich-der-introvertierten-tendenz\/","title":{"rendered":"Zum Kriterium der \u00bbHingezogenheit\u00ab bez\u00fcglich der introvertierten Tendenz"},"content":{"rendered":"<p><svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" style=\"margin:0 8px -8px 0; float: left\" width=\"180px\" height=\"90px\"><image xlink:href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/i3_animativ.svg\" src=\"\" width=\"180px\" height=\"90px\" alt=\"animatives Potential\"  \/><\/svg> Das Kriterium der Hingezogenheit bezeichnet eine erste emotionale Bewertung von \u00c4sthetischem bez\u00fcglich der introvertierten Tendenz. Als Ausl\u00f6ser f\u00fcr die intuitive Zuneigung zu einem Reizangebot soll hier weniger die von Eibl-Eibelsfeld diagnostizierte emotionale Empf\u00e4nglichkeit, welche beispielsweise eine Gestaltfiguration im Kindchen-Schema anspricht, untersucht werden, als vielmehr das subtile Empfinden einer inneren N\u00e4he, welches durch das unbestimmte Gef\u00fchl, etwas von der internen Wirklichkeit in einem externen Objekt wiederzufinden, entsteht.<\/p>\n<p>Er reicht aus, wenn kleine \u00e4sthetische Hinweise wie bestimmte Farben, Materialien, Formen, D\u00fcfte usw. zu einem positiven Wiedererkennen oder einer sch\u00f6nen Erinnerung veranlassen und ein Gef\u00fchl von Sympathie wecken. Auf diese Weise werden Gegenst\u00e4nde zusammengetragen, welche durch das Kriterium einer pers\u00f6nlichen Hingezogenheit aufeinander bezogen sind und unabh\u00e4ngig vom gebrauchsbedingtem Verschlei\u00df und Ersatz die \u00e4sthetische Historie des ganz pers\u00f6nlichen Lebenskontexts schreiben. Umgekehrt werden zu negativen Erinnerungen geh\u00f6rende \u00e4sthetische Reize abgelehnt. Hierin liegt eine wichtige Ursache f\u00fcr die emotionale Bewertungsvielfalt gegen\u00fcber \u00c4sthetischem, die sich trotz aller Gleichschaltungsversuche durch Modediktate behauptet und sich auch der bewussten Reflexion widersetzt. Designkonzepte, welche auf diese bestehenden emotionalen Bindungen nicht eingehen, werden bereits auf subliminaler Ebene mit negativen Emotionen belegt und die zugeh\u00f6rigen Produkte werden nicht pfleglich, sondern gleichg\u00fcltig bis aggressiv behandelt.<\/p>\n<h2>Beispiel f\u00fcr das animative Potential von Design<\/h2>\n<p>Gert Selle schildert sein ambivalentes Verh\u00e4ltnis zwischen distanzierter Selbstreflexion und emotionaler Hingezogenheit anhand einer Erinnerung an die Sitzecke seines Vaters (vgl. Selle, in: Ruppert, 1993). Das Wissen um die miefige Kleinb\u00fcrgerlichkeit des Wohnmobiliars wechselt mit der innerlichen Zuneigung zur v\u00e4terlichen Wohnsph\u00e4re ab. Wie viele Menschen sich in diesem Konflikt f\u00fcr die Fortschreibung ihrer \u00e4sthetischen Pr\u00e4gung und zum Eintreten f\u00fcr ihre emotionale Hingezogenheit gegen\u00fcber zeitweise diskriminierten \u00e4sthetischen Elementen entscheiden, zeigt zum Beispiel die stabile Pr\u00e4senz der M\u00f6belkette Domizil im Hintegrund des aktuellen M\u00f6belangebots oder auch der Kult um den deutschen Schlager, Sissi-Filme, Blumenmotive usw.<\/p>\n<p>Sch\u00fclerstatements zu neuen Schulbauten mit sehr unterschiedlichen architektonischen Konzepten in Wien belegen, dass viele Sch\u00fcler eine innerliche Hingezogenheit zu Geb\u00e4uden entwickeln, die aus dem Alltagsleben bereits bekannte und positiv besetzte \u00e4sthetische Elemente wie kleinteilig gegliederte Raumsituationen, verschiedene Farben und Materialien usw. einbringen, w\u00e4hrend ausschlie\u00dflich helle, offen und weitr\u00e4umig angelegte Stahl-Glaskonstruktionen eher abgelehnt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kriterium der Hingezogenheit bezeichnet eine erste emotionale Bewertung von \u00c4sthetischem bez\u00fcglich der introvertierten Tendenz. 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