{"id":361,"date":"2015-12-16T15:39:43","date_gmt":"2015-12-16T14:39:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?page_id=361"},"modified":"2017-01-26T22:35:28","modified_gmt":"2017-01-26T21:35:28","slug":"4-2-1-integrative-struktur-aesthetischer-erfahrung-und-kollektives-potential-von-design","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/4-soziales\/4-2-kategorie-der-potentialitaet-von-design-in-korrespondenz-zur-sozial-bedingten-akzentuierung-aesthetischer-erfahrung\/4-2-1-integrative-struktur-aesthetischer-erfahrung-und-kollektives-potential-von-design\/","title":{"rendered":"4.2.1 Integrative Struktur \u00e4sthetischer Erfahrung und kollektives Potential von Design"},"content":{"rendered":"<p>Die intergrative Struktur ist offen f\u00fcr Kommunikation. Sie gibt keine strikte Grenze f\u00fcr die kommunikative Beteiligung vor. Im Prinzip kann jeder, ob Kind oder Wissenschaftler, Million\u00e4r oder Stra\u00dfenkehrer gleicherma\u00dfen an der Kommunikation mitwirken. Dadurch entsteht f\u00fcr die Beteiligten das Gef\u00fchl, einer gleichberechtigten Gemeinschaft anzugeh\u00f6ren. Auf die Wirkung der Kommunikationsbeitr\u00e4ge hat die integrative Struktur durch die gro\u00dfe Zahl der unselektiert eingehenden Beitr\u00e4ge und deren st\u00e4ndige Durchmischung einen bremsenden Einfluss Sie ist daher eher als statisch denn als dynamisch einzuordnen. Ver\u00e4nderungen, beispielsweise bez\u00fcglich mehr Geschlossenheit oder Offenheit, vollziehen sich langsam im Zuge der Beteiligung aller sozialer Akteure. Die integrative Struktur ist als selbstverst\u00e4ndlich empfindbare, kontinuierlich gewachsene Struktur zu kennzeichnen.<\/p>\n<p>In Bezug auf diese gewachsene, integrative Struktur kennt jeder seinen Platz und f\u00fcllt ihn ohne gro\u00dfe Ver\u00e4nderungsw\u00fcnsche aus. Dadurch eventuell entstehende soziale Ungleichheiten werden nicht als gravierend erfahren. Deshalb mag Viktor Papanek recht haben, wenn er von dem hohen Niveau gesellschaftlicher Zufriedenheit in den brasilianischen Slums berichtet. In traditionsreichen Familienbetrieben herrscht oft ein gutes Betriebsklima. Chef und Arbeiter sind mit ihren Rollen innerhalb der sozialen Struktur verwachsen und fragen nicht nach deren Gr\u00fcnden. Neben dem famili\u00e4ren Zusammenleben gilt diese Struktur auch im allt\u00e4glichen \u00f6ffentlichen Leben h\u00e4ufig noch als ma\u00dfgebend, soweit es die elementarste Kommunikation betrifft. Ein freundlicher Gru\u00df, das spontane Gespr\u00e4ch \u00fcber das Wetter, kleine Hilfeleistungen wie eine Wegbeschreibung zu geben oder ein Gep\u00e4ckst\u00fcck weiterzureichen usw. sind wichtig, um einen Grundtenor von Mitmenschlichkeit zu pflegen. Beispiele hierf\u00fcr sind Begegnungen, in denen es um den Kontakt von Mensch zu Mensch geht, weniger um eine anspruchsvolle Kommunikation.<\/p>\n<p>Positiv an dieser Struktur ist die Integration aller Kommunikationsbeitr\u00e4ge der sozialen Akteure und damit die weitgehende Gleichbehandlung der Akteure selbst. Diese Struktur bietet auch denjenigen Menschen ihre Offenheit f\u00fcr Beteiligung an, die im Vergleich zu den anderen irgendeinen Mangel aufweisen. Als harmonisch wird die Orientierung an dieser Struktur jedoch nur solange erfahren, wie die beteiligten Akteure sich an dem kleinsten gemeinsamen Nenner ausrichten. Problematisch wirkt sich diese grobmaschige Erfahrungsselektion aus, wenn ein Individuum zum Beispiel schwer kommunizierbare Gedanken entwickelt oder wissensspezifische Kommunikationsbeitr\u00e4ge einbringt. Auch diese werden, ohne gro\u00dfe Wirkung zu hinterlassen, absorbiert. Hochbegabte Kinder fallen dadurch in ihrem sozialen Kontext oft gar nicht auf. Negativ bez\u00fcglich der integrativen Struktur ist daher die Beliebigkeit und Einseitigkeit sowie die Langsamkeit der qualitativen Optimierung der Erfahrungsselektion zu werten. Die solcherma\u00dfen skizzierte integrative Struktur weist \u00c4hnlichkeiten mit dem Konzept der Gemeinschaft bei T\u00f6nnies und der Lebenswelt bei Habermas auf. Sie wird im vorliegenden Untersuchungskontext nur als ein sozialer Strukturtyp verstanden, der mit anderen Strukturtypen in Beziehung steht. Jeder von diesen kann im zeitlichen Wandel des sozialen Lebens einmal dominieren, beziehungsweise eine bessere oder schlechtere Wahl f\u00fcr die individuelle oder soziale Orientierung darstellen.<\/p>\n<p>Das Potential von Design, welches als Angebot f\u00fcr die Orientierung an der integrativen Struktur fungieren soll, hat eine wichtige Anforderung zu erf\u00fcllen. Es muss in \u00e4hnlicher Weise wie der Kommunikationsfluss langsam durch das kollektive Miteinander wachsen oder so konzipiert sein, dass es sich gut einf\u00fcgen l\u00e4sst, indem es gro\u00dfe Akzeptanz und Verbreitung findet. Die \u00e4sthetische Erfahrung der kommunikativen Orientierung an der integrativen Struktur ist gepr\u00e4gt durch ein Gef\u00fchl von Harmonie und Zusammengeh\u00f6rigkeit. Design f\u00fcr potentielle Angebote in Relation zur integrativen Struktur ist daher als kollektives Potential anzulegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die intergrative Struktur ist offen f\u00fcr Kommunikation. Sie gibt keine strikte Grenze f\u00fcr die kommunikative Beteiligung vor. Im Prinzip kann jeder, ob Kind oder Wissenschaftler, Million\u00e4r oder Stra\u00dfenkehrer gleicherma\u00dfen an der Kommunikation mitwirken. 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