{"id":282,"date":"2020-12-16T14:06:00","date_gmt":"2020-12-16T13:06:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?page_id=282"},"modified":"2020-12-29T12:49:50","modified_gmt":"2020-12-29T11:49:50","slug":"2-2-1-perzeptive-qualitaet-als-bewusst-gefuehlte-akzentuierung-aesthetischer-erfahrung-und-formative-aktualitaet-von-design","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2-design-und\/2-2-1-perzeptive-qualitaet-als-bewusst-gefuehlte-akzentuierung-aesthetischer-erfahrung-und-formative-aktualitaet-von-design\/","title":{"rendered":"2.2.1 Perzeptive Qualit\u00e4t als bewusst gef\u00fchlte Akzentuierung \u00e4sthetischer Erfahrung und formative Aktualit\u00e4t von Design"},"content":{"rendered":"<p>Die bewusste Organisation von \u00c4sthetischem unter dem Aspekt der perzeptiven Qualit\u00e4t und die Kommunikation mit anderen hinsichtlich dieser Qualit\u00e4t thematisiert die Art und Weise des Soseins des \u00e4sthetischen Materials in der Erfahrung. Weil diese \u00e4sthetische Erfahrungsqualit\u00e4t aus der psychischen Distanz heraus analysiert wird, kann ein angewandtes oder ein frei k\u00fcnstlerisches Objekt Anlass f\u00fcr Wertungen sein.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbOffensichtlich hat diese Ansicht dann etwas f\u00fcr sich, wenn die betreffenden Objekte keine Kunstwerke sind, sondern blo\u00df Dinge, die im Netz der Hilfsmittel, welche das praktische Leben bestimmen, eine Rolle zu spielen haben. Es ist jederzeit m\u00f6glich, die praktische Verwendbarkeit aufzuheben, einen Schritt zur\u00fcck zu gehen und eine distanzierte Sicht des Objekts zu gewinnen, seine Gestalt und seine Farben zu sehen, sich an ihm zu freuen und es als das zu bewundern, was es ist, ohne alle N\u00fctzlichkeitserw\u00e4gungen.\u00ab (<a href=\"\/design\/literaturverzeichnis\/\">Danto,1991, S. 46f<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Arthur C. Danto h\u00e4lt deshalb diese \u00e4sthetische Einstellung sogar f\u00fcr geeigneter zur Analyse von Designobjekten als von Kunstobjekten, weil aus ihr kein Spezifikum f\u00fcr Kunst abzuleiten ist. Hinsichtlich der Ein\u00fcbung der entsprechenden \u00e4sthetischen Kompetenz ist es daher gleichwertig, ob Musikvideos, Werbefilme und Plakate, Baumarktdesign, Architektur, eine Industrieanlage oder K\u00fcchenutensilien usw. thematisiert werden. Design sollte Anhaltspunkte f\u00fcr eine Rezeption geben, die sich an der Dinglichkeit festmachend zur perzeptiven Sinnlichkeit entfalten kann. Dies ist in Reduktion auf blo\u00dfe Einhaltung der Bedingungen \u00e4sthetischer Erfahrung, ohne \u00fcberfl\u00fcssige Reize zuzulassen, unm\u00f6glich. Im \u00f6ffentlichen Raum findet aggressiver Vandalismus h\u00e4ufig gerade dort statt, wo eine reduzierte, reizlose Gestaltung eingesetzt wurde und kommt weniger h\u00e4ufig vor, wenn durch Design Ankn\u00fcpfungen f\u00fcr die Hinwendung zu Dingen in ihrem \u00e4sthetischen Sosein eingebracht werden.<\/p>\n<p>J\u00fcrgen von Kempski definiert die Hinwendung zu Dingen, die sich dadurch ausgezeichnet, dass sie den oder das Andere, dem sie sich zuwendet, in seiner Eigenart bel\u00e4sst, als Z\u00e4rtlichkeit. In seinem gestaltenden Tun sollten sich Designer diese \u00bbz\u00e4rtliche\u00ab Einstellung bewahren. Zun\u00e4chst gegen\u00fcber den Menschen f\u00fcr die sie entwerfen, indem sie deren Anders- und Eigenartigkeit im \u00e4sthetischen Ausdruck und Erleben akzeptieren, sie nicht mit dem Etikett der Trivialit\u00e4t versehen und nicht selbst f\u00fcr alles Fremdartige blind, einen elit\u00e4ren Sockel beanspruchen. Zweitens gegen\u00fcber den Dingen, die sie gestalten, indem sie diesen einen Hauch von Sinnlichkeit mitgeben, die sich im Akt der Zuwendung, entfalten kann. Aus der \u00e4sthetischen Einstellung des perzeptiven Qualit\u00e4t wird die Dinglichkeit in ihrer Eigenartigkeit akzeptiert.<\/p>\n<blockquote><p>\u00bbWenn Sachlichkeit nicht nur, aber doch eben auch in Z\u00e4rtlichkeit den Dingen gegen\u00fcber gr\u00fcndet, so schlie\u00dft die sachliche Haltung als solche sicher noch kein kognitives Element ein, wohl aber erm\u00f6glicht sie Akte des Erkennens und des erkennenden Handelns in der Hingewendetheit auf Dinge oder Menschen, wie sie sind. Aber liegt vielleicht in der z\u00e4rtlichen Zuwendung selber ein kognitives Element beschlossen, sagt uns das z\u00e4rtliche Gef\u00fchl nicht gerade und als Gef\u00fchl: dies sei nun, wie es ist, wie wir es im Tasten, Sehen und H\u00f6ren erf\u00fchlen?\u00ab (<a href=\"\/design\/literaturverzeichnis\/\">Kempski, 1983, S. 20<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn aber die Dinge in ihrem syntaktischen Sosein zu unauff\u00e4llig und ungeeignet zur Entfaltung von reflektierter Sinnlichkeit sind, wird die Zuwendung entt\u00e4uscht. Aus ethischen Gr\u00fcnden ist von Designern eine verantwortungsvolle Haltung zu ihrem Tun zu fordern. Entsprechend ergibt sich aus \u00e4sthetischen Gr\u00fcnden bez\u00fcglich der perzeptiven Qualit\u00e4t als bewusste, wertende Organisation des \u00c4sthetischen die Forderung nach einer \u00bbz\u00e4rtlichen\u00ab Haltung.<\/p>\n<p>\u00c4sthetische Erfahrung als perzeptive Qualit\u00e4t innerhalb der kognitiven Reflexion im Unterschied zur imaginativen Qualit\u00e4t oder zur empathiven Qualit\u00e4t zu begreifen, hei\u00dft auch eine ironische Distanz zur Wirklichkeit und zu sich selbst einnehmen zu k\u00f6nnen. Aus dieser Distanz kann wiederum eine bewusste Hinwendung zur Wirklichkeit erfolgen. Die spezifische perzeptive Qualit\u00e4t liegt in dem kognitiven Spiel zwischen Distanziertheit und Z\u00e4rtlichkeit bez\u00fcglich dem \u00e4sthetischen Material. Durch die Ausrichtung von Design auf die formative Aktualit\u00e4t kann diese Entfaltung sowie die bewusste Erfahrung der damit verbundenen positiven Qualit\u00e4ten gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bewusste Organisation von \u00c4sthetischem unter dem Aspekt der perzeptiven Qualit\u00e4t und die Kommunikation mit anderen hinsichtlich dieser Qualit\u00e4t thematisiert die Art und Weise des Soseins des \u00e4sthetischen Materials in der Erfahrung. 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