{"id":258,"date":"2015-12-16T14:01:36","date_gmt":"2015-12-16T13:01:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?page_id=258"},"modified":"2020-12-29T12:38:40","modified_gmt":"2020-12-29T11:38:40","slug":"2-1-1-querkausalitaet-durch-teilprozesse-und-kausalitaet-von-unten-durch-subprozesse","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/2-design-und\/2-1-1-querkausalitaet-durch-teilprozesse-und-kausalitaet-von-unten-durch-subprozesse\/","title":{"rendered":"2.1.1 Querkausalit\u00e4t durch Teilprozesse und Kausalit\u00e4t von unten durch Subprozesse"},"content":{"rendered":"<p>Das Selbstkonzept dient nur als Hilfsvorstellung. Es existiert nicht etwa als eigenst\u00e4ndige Entit\u00e4t unabh\u00e4ngig vom K\u00f6rper. Monistische Ans\u00e4tze wie auch der Radikale Konstruktivismus erkl\u00e4ren die Entstehung dieses Selbstkonzepts anhand von neuronalen Mechanismen als eine aus dem Organismus entstandene neue Qualit\u00e4t. Aktuelle Forschungen zu Phantomschmerzen lassen vermuten, dass diese auf eine genetisch programmierte Verschaltung der K\u00f6rperteile mit dem Gehirn zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Dadurch wird ein elementares, stabiles, f\u00fcr den menschlichen Organismus typisches K\u00f6rperschema aufgebaut, welches als Basis f\u00fcr das Entstehen des Selbstkonzepts fungiert. Trotz dieser \u00e4hnlichen biologischen Grundvoraussetzungen, entwickeln Menschen in Abh\u00e4ngigkeit von ihrer Erfahrungsgeschichte sehr unterschiedliche und sich im Laufe des Lebens ver\u00e4ndernde Selbstkonzepte.<\/p>\n<p>Das Selbstkonzept integriert mehrere, eng miteinander verschmolzene Teilbereiche. Diese k\u00f6nnen je nach momentaner Situation, Erfahrungszustand und Lebensgeschichte im bewussten Erleben Priorit\u00e4t erlangen und den Ausschlag f\u00fcr Ausrichtung und Definition des eigenen Selbst geben. Die bevorzugte Ausrichtung wirkt auf das Empfinden der \u00e4sthetischen Erfahrung und auf die Beurteilung der pers\u00f6nlichen Lebensqualit\u00e4t. Drei wichtige Dimensionen des bewussten Selbstkonzepts und somit des jeweils dominanten Gef\u00fchlsbezugs sind zu unterscheiden. Erstens kann die Reflexion auf das innerlich gef\u00fchlte Selbst die Priorit\u00e4t innerhalb der bewussten Erfahrung einnehmen. Der zweite Bereich wird durch den Bezug auf die Mitmenschen definiert. Oft ist die Kommunikation mit anderen Menschen viel wichtiger f\u00fcr die Ausformung des Selbstkonzepts als selbstbezogene Reflexionen. Der dritte Bereich umfasst alle weiteren m\u00f6glichen Bezugsebenen f\u00fcr das bewusste Handeln, die Interaktionen mit der Welt.<\/p>\n<p>Der Neurologe Ernst P\u00f6ppel vermutet, dass das Bewusstsein entwicklungsgeschichtlich entstanden ist, um speziellere Probleme zu l\u00f6sen, die auf der vor- oder unbewusst bleibenden Ebene nicht beseitigt werden k\u00f6nnen. Deshalb sind nach P\u00f6ppel bewusste Empfindungen und Gedanken immer schon auf Selbstreflexion, Kommunikation oder Interaktion hin angelegt (<a href=\"\/design\/literaturverzeichnis\/\">vgl. P\u00f6ppel, 1994)<\/a>. Im reflektierenden Selbstgespr\u00e4ch oder dem innerlichen Kognitionieren, das verbal sprachliche und anschauliche Vorstellungen enth\u00e4lt, werden Erlebnisse sortiert, verglichen, probeweise als Erkenntnis festgesetzt, weitergedacht usw. \u00c4hnliches passiert auch w\u00e4hrend der testenden Erweiterung des Bewegungsspielraums in der Umwelt, der Interaktion, oder im Umgang mit anderen Menschen, der Kommunikation.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Dimensionen des Selbstkonzepts und damit der gef\u00fchlsbezogenen Komponente von Erfahrung und der Spezifik der \u00e4sthetischen Erfahrung sind die Selbstreflexion, die Kommunikation und die Interaktion. Diese Dimensionen sind als Teilprozesse der gef\u00fchlsbezogenen Erfahrungskomponente modellierbar. Sie wechselwirken miteinander und bestimmen durch R\u00fcckkopplung die Organisationsdynamik dieser Komponente. Zur Unterscheidung der Sonderstellung der gef\u00fchlsbezogenen Komponente von den im weiteren Untersuchungsverlauf zu thematisierenden Komponenten, werden die Teilprozesse weiterhin als Dimensionen bezeichnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Selbstkonzept dient nur als Hilfsvorstellung. Es existiert nicht etwa als eigenst\u00e4ndige Entit\u00e4t unabh\u00e4ngig vom K\u00f6rper. 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