{"id":240,"date":"2015-12-16T13:57:42","date_gmt":"2015-12-16T12:57:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?page_id=240"},"modified":"2020-12-29T12:05:27","modified_gmt":"2020-12-29T11:05:27","slug":"1-2-1-querkausalitaet-durch-teilprozesse-und-kausalitaet-von-unten-durch-subprozesse","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/1-design-und-aesthetische-erfahrung-innerhalb-der-wirklichkeitsbildenden-basis-von-erfahrung\/1-2-1-querkausalitaet-durch-teilprozesse-und-kausalitaet-von-unten-durch-subprozesse\/","title":{"rendered":"1.2.1 Querkausalit\u00e4t durch Teilprozesse und Kausalit\u00e4t von unten durch Subprozesse"},"content":{"rendered":"<p>Die den Charakteristika der wirklichkeitsbildenden Basis von Erfahrung zuzuordnenden Prozesse sind zwar durch Wechselwirkungen miteinander verbunden, k\u00f6nnen aber je nach Schwerpunkt der Beobachtung voneinander abgegrenzt oder nach verschiedenen Gruppen differenziert werden. Die Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung, die Analyse des Zusammenhangs von Design und \u00e4sthetischer Erfahrung, erfordert die Hervorhebung der beiden Charakteristika Bewusstheit und Verbesserbarkeit.<\/p>\n<p>Zur Bewusstheit tragen verschiedenste Prozesse bei, die in diesem Untersuchungszusammenhang nicht gleicherma\u00dfen theoretisch zu beleuchten sind. Der Fokus wird allein auf das sinnliche Gef\u00fchl, die Art und Weise des Erlebens von Bewusstheit und auf deren innere Beobachtung eingestellt. Der zugeh\u00f6rige Teilprozess wird deshalb als \u00e4sthetische Erfahrung definiert. Ebenso flie\u00dfen unterschiedliche Prozesse bez\u00fcglich dem Charakteristikum der Verbesserbarkeit zusammen. Hierzu geh\u00f6rt das Handeln im umfassendsten Sinne ebenso wie das Handeln und Ver\u00e4ndern in konkreten Lebenssituationen. Dieses ist mit dem Teilprozess der spezifischen Gestaltung, der dem Grundvokabular der Untersuchung entsprechend auch mit Design bezeichnet wird, zu erfassen. Die genannten allgemeineren Prozesse Beobachtung und Handlung oder die entsprechend im wissenschaftlichen Erfahrungsbereich pr\u00e4zisierten Prozesse von Theorie und Praxis (<a href=\"\/design\/\">vgl. Einf\u00fchrung<\/a>) stehen gleichwertig einander gegen\u00fcber und sind wechselwirkend miteinander verschr\u00e4nkt. Ebenso kann innerhalb der individuellen Wirklichkeitsbildung durch Erfahrung der Teilprozess der spezifischen Gestaltung oder des Designs eine Ver\u00e4nderung des Teilprozesses der \u00e4sthetischen Erfahrung bewirken sowie umgekehrt eine \u00e4sthetische Erfahrung ver\u00e4ndernd auf die spezifische Gestaltung oder das Design wirken kann (vgl. Abbildung 2).<\/p>\n<p>Diese gleichberechtigte, abwechselnde Wirkung von \u00e4sthetischer Erfahrung und spezifischer Gestaltung oder Design ist im unreflektierten Erleben als ganzheitlicher Prozess erlebbar. Er ist in einer k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit ob handwerklicher oder geistiger Art ebenso sp\u00fcrbar wie in allt\u00e4glichen T\u00e4tigkeiten vom pers\u00f6nlichen Sichwiederfinden in einem neuen Tag, \u00fcber die Kommunikation mit anderen Menschen, bis zum Umgang mit der Lebensumgebung. Mit zunehmender Komplexit\u00e4t der T\u00e4tigkeiten sowie der gew\u00fcnschten Resultate ist jedoch eine explizite Trennung von Beobachtung und Handlung, Bewertung und Ver\u00e4nderung oder auch von \u00e4sthetischer Erfahrung und spezifischer Gestaltung, bzw. Design, sinnvoll. Diese erfolgt durch ihre Modellierung als Teilprozesse, welche dem gleichen Systemniveau angeh\u00f6ren und durch eine Querkausalit\u00e4t aufeinander bezogen sind.<\/p>\n<p>Durch die Trennung wird im Prinzip die unterschiedliche Gewichtung der Teilprozesse m\u00f6glich, die dann einen kritischen Zustand erreicht, wenn einer dieser Teilprozesse auf ein deutlich h\u00f6heres Niveau gehoben wird. Allerdings ist die Einl\u00f6sung der M\u00f6glichkeit, dass die \u00e4sthetische Erfahrung dauerhaft mehr Gewicht erh\u00e4lt sehr unwahrscheinlich. Eine Mehrheit der Menschen verf\u00fcgt nicht \u00fcber beispielsweise finanzielle Mittel, um die vielseitigen Einfl\u00fcsse auf die gesamte Erfahrung wie Schicksalsschl\u00e4ge oder Krankheit bez\u00fcglich der Erfahrungswirklichkeit kompensieren zu k\u00f6nnen. Einfacher dagegen ist es Design auf ein h\u00f6heres, umfassenderes Niveau als die \u00e4sthetische Erfahrung zu heben und zur direktiven, unilateralen, deterministischen, die Individualit\u00e4t der \u00e4sthetischen Erfahrung nicht respektierenden Einflussnahme von oben einzusetzen. Diese Tendenz zur Bevormundung liegt auch in der gut gemeinten, sich aus dem Denken der Moderne ergebenden Absicht begr\u00fcndet, die Nutzer zu einem besseren Geschmack erziehen zu wollen.<\/p>\n<p>Ein solcher Ansatz wird mit Respekt vor der individuell ausgepr\u00e4gten Vielfalt \u00e4sthetischer Erfahrung f\u00fcr die vorliegende Untersuchung abgelehnt. Vielmehr geht die leitende These der Gesamtuntersuchung davon aus, dass \u00e4sthetische Erfahrung und Design als prinzipiell auf dem gleichen Niveau des Modells der wirklichkeitsbildenden Basis von Erfahrung liegende Teilprozesse zu verstehen sind, deren Grundbeziehung mit Hilfe der Querkausalit\u00e4t beschrieben werden sollte.<\/p>\n<p>Die Teilprozesse oder auch Teilsysteme von \u00e4sthetischer Erfahrung und Design w\u00e4ren im Modell wiederum in Subprozesse, die auf untergeordneten Systemniveaus angesiedelt und durch eine Kausalit\u00e4t von unten mit den dar\u00fcber liegenden Teilprozessen verbunden sind, weiter zu differenzieren. Dieser Schritt kann zum Einstieg in diese Untersuchung nicht erfolgen, weil dadurch erstens viele weitere Einflussgr\u00f6\u00dfen mit einbezogen werden m\u00fcssten die zum Erreichen des Untersuchungsziels nur am Rande beitragen. Zweitens wird \u00e4sthetische Erfahrung als Teilprozess der Gesamterfahrung im Zusammenhang der Untersuchung als eine bewusst und positiv erlebte Kulminationsphase, in die auch andere an der Organisationsdynamik der Gesamterfahrung mitbeteiligten Teilprozesse einflie\u00dfen, modelliert. Daher w\u00fcrde der Versuch einer expliziten Zuweisung einiger Einfl\u00fcsse auf ein unteres Niveau des Teilsystems der \u00e4sthetischen Erfahrung die Schwierigkeit mit sich bringen, dass hierbei weitere Teilprozesse der Gesamterfahrung nur als Subprozessen der \u00e4sthetischen Erfahrung untersucht werden k\u00f6nnten. Auf die explizite Differenzierung in Subprozesse wird deshalb verzichtet. Eine Verfeinerung der Analyse erfolgt statt dessen prim\u00e4r durch die Hervorhebung der Beziehung von Querkausalit\u00e4t und Kreiskausalit\u00e4t (<a href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/1-design-und-aesthetische-erfahrung-innerhalb-der-wirklichkeitsbildenden-basis-von-erfahrung\/1-3-korrespondenz-von-design-und-aesthetischer-erfahrung-relativ-zur-wirklichkeitsbildenden-orientierung-von-erfahrung\/\">vgl. Punkt 1.3<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die den Charakteristika der wirklichkeitsbildenden Basis von Erfahrung zuzuordnenden Prozesse sind zwar durch Wechselwirkungen miteinander verbunden, k\u00f6nnen aber je nach Schwerpunkt der Beobachtung voneinander abgegrenzt oder nach verschiedenen Gruppen differenziert werden. 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