{"id":2,"date":"2015-05-21T23:26:54","date_gmt":"2015-05-21T21:26:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?page_id=2"},"modified":"2020-12-29T11:48:43","modified_gmt":"2020-12-29T10:48:43","slug":"beispiel-seite","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/","title":{"rendered":"Einf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p>Diese Untersuchung richtet sich an Designstudenten, Designpraktiker sowie an alle am Designprozess Beteiligten. Sie ist als theoretische Unterst\u00fctzung der Designpraxis zu verstehen. Designpraxis umfasst so unterschiedliche T\u00e4tigkeitsbereiche wie Modedesign, Kommunikationsdesign, Ausstellungsdesign, Service-Design, Industrial Design oder Computational Design und Interface Design. Die einzelnen Bereiche erfordern spezielles Detailwissen. Dadurch ger\u00e4t das Gemeinsame aller Designdisziplinen, leicht aus dem Blick. Hier setzt die vorliegende Untersuchung an. Sie geht davon aus, dass professionelles Design nicht allein auf die Funktion als Marketinginstrument reduziert werden darf, da es f\u00fcr das Leben der Menschen weitgehendere Auswirkungen hat. Das Design von Umwelt und Gegenst\u00e4nden beeinflusst die Mensch-Welt-Beziehungen und damit die M\u00f6glichkeit des einzelnen Menschen, innerhalb seiner Lebensumst\u00e4nde, Lebensqualit\u00e4t zu erfahren. Dies ist das Gemeinsame der verschiedenen Designbereiche.<\/p>\n<p>Hauptmotiv dieser Untersuchung ist es, beizutragen, menschliche Empfindungen von Lebensqualit\u00e4t zu verbessern und dieses Anliegen st\u00e4rker in den Designprozess einzubringen. Dies erfordert es, bereits in der Konzeptionsphase das Verh\u00e4ltnis der gerade zu bearbeitenden Thematik zu der Wirklichkeit und dem Leben der Menschen, f\u00fcr die das k\u00fcnftige Resultat gedacht ist, m\u00f6glichst gut zu analysieren und zu verstehen. Dadurch wird eine Verbesserung der Empfindung von Lebensqualit\u00e4t bei den Nutzern des neuen Designprodukts zumindest wahrscheinlicher. An dieser Stelle kann die Theorie ihren Beitrag f\u00fcr die Designpraxis leisten. Die folgende Untersuchung entwickelt ein flexibel und spielerisch einzusetzendes Instrumentarium, das durch Analysen einen differenzierten Zugang zur Vielfalt menschlicher Wirklichkeit und Lebensqualit\u00e4t schafft und deren gestalterische Einbindung in das jeweilige Designprodukt durch die DesignerInnen* erleichtert.<\/p>\n<p>Erfahrungen im F\u00fchlen, Denken und Handeln lassen sich auf verschiedenste Weisen gestalten und bewerten. Forschungen zur K\u00fcnstlichen Intelligenz belegen, dass es zwar leicht ist, Expertensysteme zu programmieren, aber noch sehr schwer, das Verhalten eines Kindes in einer Alltagssituation zu simulieren. Daran wird erkennbar, dass das wesentliche Potential menschlicher Intelligenz in der F\u00e4higkeit zu einer situationsgerechten, flexiblen Kreativit\u00e4t gr\u00fcndet und nicht in einer optimierten, festgef\u00fcgten Ordnung liegt. Solange Menschen existieren, wird die menschliche Kreativit\u00e4t immer wieder andere Interpretationen, neue Bezeichnungen, unterschiedliches Design f\u00fcr die meisten Elemente der Lebenswirklichkeit hervorbringen. Professionelles Design sollte der daraus erwachsenden Vielfalt menschlichen Lebens gerecht werden und entsprechend vielf\u00e4ltige, qualitative Angebote bereitstellen. In technischer Hinsicht wird k\u00fcnftig die Produktion von Kleinserien oder Unikaten durch computergesteuerte Fertigungsverfahren zunehmend einfacher. Die wesentlichen Anforderungen an Designer verlagern sich daher von technikbezogenen auf humanwissenschaftliche Kompetenzen. Weniger der Entwurf eines gegenst\u00e4ndlichen Produkts als vielmehr die Gestaltung der Art und Weise seiner Verwendung und deren spezifische Einbindung in die individuelle \u00e4sthetische Erfahrung und Wirklichkeitskonstruktion bildet in Zukunft das zentrale Thema f\u00fcr Design. Deshalb ist es f\u00fcr alle am Designprozess Beteiligten wichtig anzuerkennen, dass die W\u00fcnsche der Nutzer nach Verbesserung ihrer Lebensqualit\u00e4t nur durch relative, von Fall zu Fall neu zu pr\u00fcfende, nicht durch absolute Kriterien zu erfassen sind. Um diese Kriterien benennen und durch Design erfahrbar machen zu k\u00f6nnen ist es notwendig, eine vieldimensional ausgerichtete \u00e4sthetische Kompetenz zu entwickeln, die sich auf die Erfassung der Problemstellung, die Generierung unterschiedlicher L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten, die Pr\u00e4sentation und den kritischen Vergleich bezieht. Eine solche Kompetenz ist nicht auf leicht lehr- und erlernbares, zur allgemeing\u00fcltigen, abstrakten Essenz zu verdichtendes Wissen zu reduzieren. Sie w\u00e4chst vielmehr durch die dauernde theoretische und praktische Auseinandersetzung mit den vielf\u00e4ltigen Ausformungen von positiv empfundener Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Aus designtheoretischer Sicht ist es daher eine vordringliche Aufgabe, zu dieser Auseinandersetzung anzuregen und die Thematik diskussionsf\u00e4hig zu strukturieren. Hierzu tr\u00e4gt die vorliegende Untersuchung bei. Sie zielt darauf ab, das Entstehen von qualitativem Design f\u00fcr vielf\u00e4ltige Lebenswirklichkeiten zu f\u00f6rdern, nicht darauf, Designkriterien bez\u00fcglich einer exponierten Lebenswirklichkeit darzulegen. Diesbez\u00fcglich ergibt sich als Zielsetzung f\u00fcr einen guten Designentwurf, dass er, in welchem Medium er auch konkretisiert ist, eine explizit benennbare, qualitative Verbindung zwischen der problematisierten Thematik und der besonderen Lebenswirklichkeit der Menschen, f\u00fcr die der Entwurf gedacht ist, erzeugt. Das Erleben dieser qualitativen Verbindung, eine positive Empfindung im Zusammenhang mit einem bestimmten Design, wird im folgenden durch den Begriff der \u00e4sthetischen Erfahrung, umfasst<\/p>\n<p>Hieraus leitet sich die Aufgabenstellung der vorliegenden Untersuchung ab, um deren Grundmotiv \u00bbDesign f\u00fcr vielf\u00e4ltig erfahrbare Lebensqualit\u00e4t\u00ab einl\u00f6sen zu k\u00f6nnen. Es geht darum, die Korrespondenz von Design und \u00e4sthetischer Erfahrung theoretisch darzulegen und zu analysieren. Dies kann nur ein theoretischer Ansatz leisten, welcher der Vielfalt und Dynamik der Erfahrung im allgemeinen und der Ausrichtung der \u00e4sthetischen Erfahrung im besonderen gerecht wird. F\u00fcr die Bestimmung einer Theorieposition sind daher die beiden im folgenden umrissenen Schwierigkeiten der Theoriebildung zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Erstens ist zu bedenken, dass die theoretische Sicht auf ein Praxisfeld immer schon eine Auswahl durch die notwendige Begrenzung des Untersuchungsfeldes beinhaltet. Diese gilt es, m\u00f6glichst explizit zu machen, um den unvermeidbaren Filter der \u00bbunsichtbaren Brille\u00ab, die jeder Theoretiker durch seine fachliche Einbindung tr\u00e4gt, m\u00f6glichst gro\u00df zu halten. Ansonsten verst\u00e4rken Theorien unbemerkt Paradigmen (<a href=\"\/design\/literaturverzeichnis\/\">vgl. Kuhn, 1976<\/a>), die nur das f\u00fcr sie Erkennbare ausfiltern und andere Praxisbereiche \u00fcberhaupt nicht mehr registrieren k\u00f6nnen. Im Designbereich stellte beispielsweise der Funktionalismus ein solches Paradigma dar. In sich selbst paradigmatisch ist auch der Glaube der Moderne an einen linearen Fortschritt im Wissenschaftsbetrieb und damit die \u00dcberzeugung, dass sozusagen in aufbauender Folge jedes Paradigma von einem neuen, besseren Paradigma abgel\u00f6st oder schlie\u00dflich durch das richtige und endg\u00fcltige ersetzt werden wird. Heute, nach ern\u00fcchternder Kenntnisnahme des Scheiterns solcher Konzepte mit Absolutheitsanspruch, gilt es immer, die Relativit\u00e4t des Beobachterstandpunkts und damit des G\u00fcltigkeitsbereichs einer Theorie mitzubedenken. Dies betrifft ebenso eine \u00e4sthetische Theorie f\u00fcr Design. So ist beispielsweise die Streitfrage, ob intuitives oder bewusst geplantes Vorgehen zu besseren \u00e4sthetischen L\u00f6sungen f\u00fchrt, dahingehend zu beantworten, dass jeder, der auf eine weitergehende Reflexion verzichtet, in seinem blinden Fleck gefangen bleibt, ob er nun aus dem Bauch oder mit dem Kopf entwirft. Einige glauben, indem sie ihren innersten \u00dcberzeugungen durch Entw\u00fcrfe Ausdruck geben, wie von selbst die richtige L\u00f6sung zu finden. Diese sp\u00e4ter zum Beispiel anl\u00e4sslich einer Pr\u00e4sentation zu erkl\u00e4ren oder durch pers\u00f6nliche, kritische Distanz zu verbessern, f\u00e4llt dann schwer. Ebenso t\u00e4uscht sich der einseitig nur rationalen Kriterien Folgende, wenn er \u00fcberzeugt ist, alle relevanten Kriterien miteinbezogen zu haben und sich nicht selbst auf eine weitere Beobachterposition stellt, um zumindest diese Befangenheit zu erkennen und ihre Unumgehbarkeit zu akzeptieren.<\/p>\n<p>Denn trotz des Wissens um die Relativit\u00e4t von Theorie l\u00e4sst sich diejenige \u00bbBrille\u00ab, die zur pers\u00f6nlichen Auswahl und Bearbeitung der relevanten Untersuchungspunkte f\u00fchrt, nie ganz ablegen. Bei allem Bem\u00fchen um Objektivit\u00e4t und eine umfassende Sicht l\u00e4sst sich das subjektive Erkenntnisinteresse nicht v\u00f6llig ausschalten. Wie Charles S. Peirce in seinem Aufsatz \u00bbThe fixation of believe\u00ab (<a href=\"\/design\/literaturverzeichnis\/\">vgl. Die Festlegung einer \u00dcberzeugung, in: Apel, 1991, S. 149-181<\/a>) herleitet, kann keine Erkenntnis, kein Wissen entstehen, ohne von einer Pr\u00e4misse auszugehen, deren Richtigkeit \u00fcberzeugend und glaubhaft ist. F\u00fcr den aufgekl\u00e4rten Menschen folgt daraus die Notwendigkeit, sich zu bem\u00fchen, seine Glaubensbasis bestm\u00f6glich mit nachpr\u00fcfbaren Argumenten zu fundieren. Diese Voraussetzung f\u00fcr Theorieentwicklung sollte immer offensichtlich bleiben und nicht mittels eines R\u00fcckgriffs auf angeblich fundamentale Entit\u00e4ten wie dem Verweis auf \u00bbdie Natur\u00ab des Menschen scheinbar unumst\u00f6\u00dflich begr\u00fcndet werden.<\/p>\n<p>Zweitens erfordert die Formulierung einer Theorie trotz der Vorsicht gegen\u00fcber ungewollter Paradigmenbildung ein gewisses Ma\u00df der Schematisierung oder der Typisierung des Untersuchungsfeldes. Die dadurch entstehende geordnete Sicht auf den untersuchten Praxisbereich begr\u00fcndet zum einen den Vorteil und die Sinnhaftigkeit der Theorie gegen\u00fcber der Praxis. Da der Mensch mit seinem Handeln in der sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernden Praxis verwickelt ist, hilft ihm die Theorie dabei, zeitliche, r\u00e4umliche und sachliche Distanz zu gewinnen und das Praxisgeschehen m\u00f6glichst unbeteiligt von au\u00dfen zu reflektieren. Zum anderen liegt in der Eigenart der Theoriebildung, distanzierend und typisierend vorzugehen, auch ihr Nachteil begr\u00fcndet, weil dadurch die Gefahr der Verselbst\u00e4ndigung einer Theorie gegen\u00fcber ihrem Untersuchungsfeld besteht, indem schlie\u00dflich die Theorie die Begr\u00fcndung ihrer Richtigkeit in sich selbst tr\u00e4gt und nicht mehr an der Praxis \u00fcberpr\u00fcft. F\u00fcr viele Bereiche der mathematischen Theoriebildung ist diese Verselbst\u00e4ndigung keine Gefahr, sondern geh\u00f6rt zwangsl\u00e4ufig zum mathematischen Forschen. Dagegen sollte eine Designtheorie immer ihren Bezug zur Lebenspraxis aufrecht halten. Wie Siegfried Maser hervorhebt, beinhaltet der Designprozess Reflexion und ver\u00e4nderndes Handeln. Problemstellungen m\u00fcssen erfasst, L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten und -strategien entwickelt und konkrete Umsetzungen wenigstens modellhaft erprobt und beurteilt werden. Hierf\u00fcr sind Theorie und Praxis gleicherma\u00dfen wichtig und in st\u00e4ndige Wechselwirkung zu bringen (<a href=\"\/design\/literaturverzeichnis\/\">vgl. Maser, 1976<\/a>). Das hei\u00dft, dass sich nicht nur die Praxis nach den theoretischen Vorgaben richten sollte, um ein \u00fcberpr\u00fcfbares Ergebnis zu erzielen, sondern dass auch eine Theorie, die sich als ungeeignet erweist, praktische Probleme zu beschreiben, zu erkl\u00e4ren, sinnvolles Handeln zu prognostizieren oder die Resultate zu beurteilen, entsprechend erweitert, umgeformt oder erneuert werden muss.<\/p>\n<p>Aus diesen \u00dcberlegungen ergeben sich somit zwei wesentliche Anforderungen gegen\u00fcber einer \u00e4sthetischen Theorie f\u00fcr Design, die der Dynamik des Wissensgebietes gerecht wird. Sie sollte erstens ihre durch den Beobachtungsfilter bedingte Unvollst\u00e4ndigkeit reflektieren und sich der Diskussion im Verh\u00e4ltnis zu alternativen Sichtweisen stellen. Zweitens muss eine Theorie f\u00fcr Design praxisbezogen angelegt und f\u00fcr Wechselwirkungen sowie f\u00fcr entsprechende Weiterentwicklung offen sein.<\/p>\n<p>Leitende These der Untersuchung ist die Annahme, dass \u00e4sthetische Erfahrung in Verbindung mit der Entfaltung vielf\u00e4ltiger Lebensqualit\u00e4t zu verstehen ist und ein zentraler Ansatzpunkt f\u00fcr Design sein muss. Die F\u00e4higkeit des Menschen zur gezielten Gestaltung von Lebenswirklichkeit, die bei Designern wohl besonders ausgepr\u00e4gt ist, sollte in Korrespondenz zu vielf\u00e4ltigen \u00e4sthetischen Erfahrungen fruchtbar weiterentwickelt werden. Deshalb zielt die Untersuchung gleicherma\u00dfen darauf ab, die Grundannahmen bez\u00fcglich der Bedeutung von \u00e4sthetischer Erfahrung f\u00fcr die allgemeine Erfahrung und das menschliche Leben theoretisch herzuleiten sowie zu \u00fcberpr\u00fcfen, als auch Konsequenzen f\u00fcr die Designpraxis aufzuzeigen (<a href=\"\/design\/1-design-und-aesthetische-erfahrung-innerhalb-der-wirklichkeitsbildenden-basis-von-erfahrung\/1-4-differenzierte-richtlinien-fuer-design-in-korrespondenz-zur-vielfalt-aesthetischer-erfahrung\/\">vgl. Kapitel 1.4<\/a>).<\/p>\n<p>Der Grundaufbau der Untersuchung ist daraufhin angelegt, erstens die \u00e4sthetische Erfahrung sowohl ganzheitlich in ihrem Zusammenhang, als auch differenziert hinsichtlich verschiedener Komponenten und deren jeweiliger Typik zu erfassen und entsprechend herauszuarbeitenden Kategorien f\u00fcr Design zuzuordnen, zweitens diese Verflechtung von Erfahrungskomponenten und Designkategorien durch exemplarische Ans\u00e4tze aus der Praxis zu veranschaulichen und drittens durch die theoretische Konzeption und Perspektive M\u00f6glichkeiten f\u00fcr k\u00fcnftige Erg\u00e4nzungen und Weiterentwicklungen offen zu lassen.<\/p>\n<p>Im ersten Kapitel wird der systematische Grundaufbau, basierend auf der Konzeption von Erfahrung als dynamischer Organisation sowie der Unterteilung der \u00e4sthetischen Erfahrung in Komponenten und die Differenzierung von Design nach Kategorien, entwickelt. Jedes folgende Kapitel stellt eine Komponente ausf\u00fchrlich dar und weist die gleiche methodische Gliederung auf, die schon im ersten Kapitel zur Anwendung kommt. Diese Gliederung ergibt sich aus dem Anliegen, die Theorie-Praxis-Verschr\u00e4nkung der Gesamtthematik im Verlauf der Untersuchung immer gegenw\u00e4rtig zu halten.<\/p>\n<p>In jedem Kapitel wird im ersten Unterpunkt die zu einer Komponente der \u00e4sthetischen Erfahrung geh\u00f6rige Thematik allgemein charakterisiert, indem Bez\u00fcge zu entsprechenden theoretischen Ans\u00e4tzen und wissenschaftlichen Ergebnissen hergestellt werden. Auf dieser Charakterisierung, die jeweils mit einem Fazit abgeschlossen wird, basiert die Darlegung eines Modells f\u00fcr die Organisationsdynamik der jeweiligen Komponente im zweiten Unterpunkt. Hier erfolgt eine Aufteilung der Komponente in Teilprozesse, Subprozesse und einen Hauptprozess. Die kausale Wirkzusammenh\u00e4nge der Prozesse, sowohl zueinander, als auch in Relation zu anderen Komponenten, werden durch das Modell erfasst. Im dritten Unterpunkt werden typische Akzentuierungen der jeweiligen Komponente in Korrespondenz zu einer Kategorie von Design gebracht, indem den herausgefilterten Typen ein spezifisch abzustimmendes Design gegen\u00fcbergestellt wird. Der vierte Unterpunkt ist als Detailanalyse angelegt, die einer Untersuchungsmatrix folgt, welche sich aus den vorherigen Unterpunkten ergibt. Im Verlauf der Detailanalyse werden Richtlinien f\u00fcr das spezifisch ausgerichtete, einer Kategorie zuzuordnenden Design korrespondierend zu der Komponente \u00e4sthetischer Erfahrung entwickelt und anhand vieler Beispiele aus der Lebenspraxis veranschaulicht.<\/p>\n<p>Die erarbeiteten Richtlinien f\u00fcr Design sowie die zugeh\u00f6rigen Beispiele sind nicht als abschlie\u00dfende L\u00f6sungen der bearbeiteten Problematik zu verstehen. Sie dienen lediglich dazu, das Wesentliche jedes analytisch ausgefilterten Erfahrungsbereichs hervorzuheben und exemplarisch zu verdeutlichen. Kurzdarstellung der Kriterien und Beispiele sind besonders f\u00fcr die Designpraxis hilfreich, da von ihnen explizite Ans\u00e4tze f\u00fcr differenzierte Entw\u00fcrfe zu einem gerade aktuellen Projekt abzuleiten sind. Durch Kombinieren der Kriterien, deren Ausweitung oder Neugewichtung kann der Designpraktiker einen weiten Spielraum von Interpretationsm\u00f6glichkeiten entfalten. Dies unterst\u00fctzt das Entstehen von Vielf\u00e4ltigkeit im Design.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Detailanalyse wird die Untersuchungsmatrix jeweils mittels einer \u00dcbersicht dargestellt. Auf dieser sind die Analysepunkte durch grafische Symbole markiert, welche auch den zugeh\u00f6rigen Textabschnitten voranstehen. Diese \u00dcbersichten sind als Orientierungshilfe beim Lesen gedacht und nicht mit der Visualisierung des theoretischen Ansatzes zu verwechseln! Jeder der Analysepunkte wird erstens bez\u00fcglich seiner Bedeutung innerhalb der \u00e4sthetischen Erfahrung kurz vorgestellt und zweitens durch ein Beispiel, das die darauf abgestimmte Ausrichtung von Design aufzeigt, veranschaulicht. Dadurch treten die Unterschiede, die sich bez\u00fcglich den verschiedenen Typen einer Komponente der \u00e4sthetischen Erfahrung und der korrespondierenden Ausrichtung von Design ergeben, im direkten Vergleich hervor. Der Leser kann sich an den Symbolen orientieren und beispielsweise die Analysepunkte zu nur einem Typ \u00e4sthetischer Erfahrung und dem zugeh\u00f6rigen Design verfolgen.<\/p>\n<p>Der logischerweise n\u00e4chste Schritt, die empirische \u00dcberpr\u00fcfung der Beispiele, ihre Erweiterung oder die Revision der zugeh\u00f6rigen \u00e4sthetischen Kriterien f\u00fcr Design, bleibt im Rahmen dieser auf die Theorie begrenzten Untersuchung ausgeklammert. Er m\u00fcsste vielmehr durch Anwendung der Untersuchungsergebnisse in der Praxis erfolgen.<\/p>\n<p>* Um die Lesbarkeit zu vereinfachen, wird auf die zus\u00e4tzliche Formulierung der weiblichen Form verzichtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Untersuchung richtet sich an Designstudenten, Designpraktiker sowie an alle am Designprozess Beteiligten. Sie ist als theoretische Unterst\u00fctzung der Designpraxis zu verstehen. Designpraxis umfasst so unterschiedliche T\u00e4tigkeitsbereiche wie Modedesign, Kommunikationsdesign, Ausstellungsdesign, Service-Design, Industrial Design oder Computational Design und Interface Design.&hellip;  <\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"full-width-page.php","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1342,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2\/revisions\/1342"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}