{"id":137,"date":"2015-12-01T23:31:12","date_gmt":"2015-12-01T22:31:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?page_id=137"},"modified":"2015-12-18T12:37:15","modified_gmt":"2015-12-18T11:37:15","slug":"5-2-1-organische-logik-aesthetischer-erfahrung-und-adaptives-potential-von-design","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/5-mediales\/5-2-kategorie-der-potentialitaet-von-design-in-korrespondenz-zur-medial-bedingten-akzentuierung-aesthetischer-erfahrung\/5-2-1-organische-logik-aesthetischer-erfahrung-und-adaptives-potential-von-design\/","title":{"rendered":"5.2.1 Organische Logik \u00e4sthetischer Erfahrung und adaptives Potential von Design"},"content":{"rendered":"<p>Die organische Logik als eine typische Auspr\u00e4gung der medial bedingten Komponente h\u00e4ngt besonders eng mit der subliminal bedingten Komponente und den subliminalen Organisationstendenzen zusammen (vgl. Kapitel 3). Wie deren Untersuchung ergab, wird der Gro\u00dfteil der Reize, seien sie au\u00dferk\u00f6rperlich oder innerk\u00f6rperlich registriert, bereits auf subliminaler Ebene ausgewertet und in entsprechendes Verhalten umgesetzt. Was als spontanes, unmittelbares Verhalten erscheint, ist immer schon durch den Organismus vermittelt. Jedoch soll sich in diesem Zusammenhang die Bezeichnung organische Logik weniger auf die Physiologie beziehen, als vielmehr auf das pers\u00f6nliche K\u00f6rperbild als Medien-Schema, das jeder in sich tr\u00e4gt und das die Beurteilung der eigenen k\u00f6rperlichen und auch geistigen F\u00e4higkeiten mitbeeinflusst.<\/p>\n<p>So ist der Prozess der individuellen Akkumulation von Erfahrung auch am Wandel pers\u00f6nlicher Einstellungen erlebbar. Mit zunehmendem Alter entwickeln sich andere Interessenschwerpunkte als in der Jugend, und manchmal kommt beim Vergleichen von Erinnerungen und dem jeweils aktuellen Erfahrungsstand der Wunsch auf, einige zur\u00fcckliegende Entscheidungen zu revidieren oder sogar jetzt nochmals neu zu beginnen. Selten l\u00e4sst dies der Boden der Tatsachen, n\u00e4mlich die bereits konkretisierten Erfahrungen und deren mediale Logik, zu. Insbesondere die organische Logik setzt dem Willen nach Ver\u00e4nderungen Grenzen. Als typische Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind der Alterungsprozess und die spezifische Ausformung des K\u00f6rpers durch Gew\u00f6hnung an \u00fcbliche T\u00e4tigkeiten einer Person zu nennen. Zum Beispiel pr\u00e4gt kontinuierlicher Kraftsport den K\u00f6rper in besonderer Weise, so dass es mit den Jahren fast unm\u00f6glich wird, feinmotorische F\u00e4higkeiten wie sie f\u00fcr das Geigenspielen notwendig sind auszuf\u00fchren. Viele \u00e4ltere Menschen zeigen aber, dass es auch noch im Alter m\u00f6glich ist, geistig und sportlich aktiv zu sein und neues zu lernen. Eine Voraussetzung daf\u00fcr ist sicher die innere Orientierung an einem K\u00f6rperschema, das ein Gef\u00fchl von Jugendlichkeit wach h\u00e4lt. Wie verschiedene Forschungen zur Beobachtung der Ver\u00e4nderungen des objektiven, medizinisch vergleichbaren Gesundheitszustands bei \u00e4lteren Menschen belegen, f\u00fchlen sich bei \u00e4hnlicher k\u00f6rperlicher Gesamtverfassung Menschen mit einem positiven K\u00f6rperbild wohler, erkranken seltener und genesen rascher, als Menschen mit einem negativen K\u00f6rperschema.<\/p>\n<p>Die organische Logik ist somit nicht nur als objektiv gegebene zu analysieren, sondern im vorliegenden Zusammenhang haupts\u00e4chlich als ver\u00e4nderbare. Daher ist zu untersuchen, in welcher Weise eine spezifische Ausrichtung des medial bedingten Potentials von Design zu einer Verbesserung der durch die organische Logik beeinflussten Erfahrungsqualit\u00e4t beitragen k\u00f6nnte. Wichtig w\u00e4re es, zu einem positiveren Gef\u00fchl f\u00fcr das innere K\u00f6rperschema zu verhelfen. Beispielsweise dadurch, dass jemand seine unheilbare aber nicht lebensbedrohliche Krankheit akzeptieren lernt. Hierbei k\u00f6nnen unterst\u00fctzende, speziell gestaltete Hilfsmittel eingesetzt werden. So hilft ein Medikament, dessen Wirkung f\u00fcr eine Woche oder einen l\u00e4ngeren Zeitraum nach der Einnahme anh\u00e4lt, dabei, nicht t\u00e4glich durch die Tabletteneinnahme an die Krankheit erinnert zu werden. Auch gute Prothesen wie u. a. f\u00fcr Z\u00e4hne verbessern das Gef\u00fchl f\u00fcr das eigene K\u00f6rperschema. Diese Beispiele aus dem medizinischen Bereich verdeutlichen, wo das spezielle Potential von Design ansetzen muss, um verbessernd auf die durch die organische Logik bedingte \u00e4sthetische Erfahrung zu wirken. Wichtig ist es, auf die organische Logik des einzelnen Menschen sowie auf seine bevorzugte Art der Interaktion mit der Umwelt zugeschnittene Designl\u00f6sungen zu entwickeln. Diese spezifische Ausrichtung wird im weiteren als adaptives Potential von Design bezeichnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die organische Logik als eine typische Auspr\u00e4gung der medial bedingten Komponente h\u00e4ngt besonders eng mit der subliminal bedingten Komponente und den subliminalen Organisationstendenzen zusammen (vgl. Kapitel 3). 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