{"id":133,"date":"2015-12-01T23:29:11","date_gmt":"2015-12-01T22:29:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/?page_id=133"},"modified":"2015-12-18T12:31:26","modified_gmt":"2015-12-18T11:31:26","slug":"5-1-3-kausalitaet-nach-oben-durch-den-hauptprozess-der-limitation","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/5-mediales\/5-1-modell-zur-organisationsdynamik-der-medialen-komponente\/5-1-3-kausalitaet-nach-oben-durch-den-hauptprozess-der-limitation\/","title":{"rendered":"5.1.3 Kausalit\u00e4t nach oben durch den Hauptprozess der Limitation"},"content":{"rendered":"<p>Mit Hilfe der drei typischen medienbezogenen Logiken lie\u00dfe sich der Hauptprozess der medial bedingten Komponente innerhalb der Korrelation aller an der Erfahrungsbildung beteiligten Komponenten als Geschichte der Medien im Zusammenhang mit der Technik und der Menschheitsentwicklung schreiben, an deren vorl\u00e4ufigem Abschluss die Medien mit standardisierter Logik st\u00fcnden. W\u00e4hrend die Medien der ersten Stufe der organischen Logik und deren Entfaltung durch die individuelle Verk\u00f6rperung verhaftet sind und die Medien der zweiten Stufe von der kontextuellen Logik sowie den zuf\u00e4llig gewachsenen und tradierten sozialen Konventionen gepr\u00e4gt sind, l\u00f6sen sich die Medien der dritten Stufe von diesen schwer ver\u00e4nderlichen Lebensbedingungen eher ab. Die standardisierte Logik erw\u00e4chst aus der gut entwickelten F\u00e4higkeit des Menschen zum abstrakten Denken und dem Umgehen k\u00f6nnen mit Symbolen. Diese F\u00e4higkeit zeichnet den Menschen gegen\u00fcber anderen Lebewesen aus. In Zukunft k\u00f6nnte sie von einer k\u00fcnstlichen Intelligenz \u00fcbertroffen werden. Deren \u00bbartifizielle Logik\u00ab ist aufgrund der zunehmenden Perfektion im Umgang mit standardisierten Logiken im Bereich der Computertechnologie bereits in der Entwicklung begriffen. Wichtige Konsequenzen, die durch die Konkretisierung dieser Zukunftsperspektive langfristig entstehen k\u00f6nnen und bereits Wirkung zeigen, stellt Mihai Nadin in seinem Buch \u00bbJenseits der Schriftkultur\u00ab (dt. 1999) dar.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Konzepts zu den medialen Logiken erh\u00e4lt die standardisierte Logik keine exponierte Position. Vielmehr werden die drei typischen medialen Logiken gleichwertig bez\u00fcglich ihres Einflusses auf die \u00e4sthetische Erfahrung im allt\u00e4glichen Erleben in Gegenwart und mit Blick in die Zukunft sowie die verst\u00e4rkende R\u00fcckwirkung durch den Hauptprozess der medialen Komponente behandelt. Die Wirkung dieses Hauptprozesses innerhalb der Wechselwirkung aller Komponenten ist als Limitation charakterisierbar. Jedes Medium erm\u00f6glicht bestimmte Konkretisierungen und setzt gleichzeitig Grenzen. Neue Medien weiten diese zwar zun\u00e4chst aus, im Nutzungsprozess werden dann bald auch deren Grenzen offensichtlich.<\/p>\n<p>Oft werden mehrere Medien, obwohl sie sich jeweils einer der typischen Logiken prim\u00e4r zuordnen lassen, parallel und einander erg\u00e4nzend angewendet. Zum Beispiel wird die Qualit\u00e4t der \u00e4sthetischen Erfahrung beim Interagieren mit einem Schlagzeug durch das adaptive Potential von Design verbessert, indem die Gr\u00f6\u00dfe und Anordnung der Instrumente, die Sitzposition usw. auf den Musizierenden abgestimmt werden. Zur kontextuellen Logik geh\u00f6rt die Tatsache, dass nicht nur der Musiker seine Takt\u00fcbungen h\u00f6rt, sondern die Schallwellen ungefragt auch anderen Menschen zur Verf\u00fcgung stehen. Das situative Potential von Design kann hier die Schalld\u00e4mmung eines \u00dcbungsraums betreffen oder zur Entwicklung eines digital zu spielenden und \u00fcber Kopfh\u00f6rer zu empfangenden Instruments f\u00fchren. Die standardisierte Logik umfasst die etablierten, ger\u00e4tespezifischen Klangstandards von Schlagzeugen. Hier kann das innovative Potential von Design ansetzen und die Klangstandards der herk\u00f6mmlich gebauten Instrumente mit den Standards eines digitalen Instruments verbinden. Aus dieser Kombination ergeben sich mehrere Alternativen. Klangstandards werden digital imitiert, beliebige Kl\u00e4nge auch aus der Natur k\u00f6nnen aufgenommen und bei Ber\u00fchrung einer Instrumentenfl\u00e4che mit dem Taktstock aktiviert werden oder ein Drumcomputer speichert den urspr\u00fcnglichen Sound der Originalinstrumente. Nicht immer werten die Nutzer eine innovative M\u00f6glichkeit, die sich aus der Kombination der Standards zweier Medien ergibt, als positiv. So k\u00f6nnen mittels eines Samplers auf der Ursprungsbasis eines Klaviers oder einer Orgel Naturkl\u00e4nge zu neuartigen Kompositionen zusammengef\u00fcgt werden. Dies lehnen viele Liebhaber des Schlagzeugs f\u00fcr ihr Instrument ebenso ab wie synthetische Kl\u00e4nge. Ein guter Drumcomputer zeichnet sich im Unterschied zu einem Sampler gerade dadurch aus, dass er die Originalkl\u00e4nge eines herk\u00f6mmlichen Schlagzeugs wiedergibt. Denn letztlich w\u00fcnscht sich auch derjenige, der mit Kopfh\u00f6rern sein digitales Instrument spielt, das besondere \u00e4sthetische Gef\u00fchl des Schlagzeugspielens zu erleben, zu dem untrennbar der k\u00f6rperliche Einsatz und dessen Koordination mit Rhythmus und Lautst\u00e4rke geh\u00f6rt. Dadurch entsteht wiederum der Bezug zur organischen Logik und zum adaptiven Potential von Design.<\/p>\n<p>Wie diese Beobachtungen verdeutlichen, wird die Alltagserfahrung und deren Entfaltung zur \u00e4sthetischen Erfahrung im Prinzip von allen drei medialen Logiken gleicherma\u00dfen beeinflusst und in jeweils typischer Weise limitiert. Zudem ist feststellbar, dass jedes neu hinzukommende Medium und der zugeh\u00f6rige Logiktyp bereits vorhandene Medien zwar mit ver\u00e4ndert, sie selten v\u00f6llig verdr\u00e4ngt oder ersetzt. Deshalb w\u00e4re die Hervorhebung der standardisierten Logik unter der bisherigen Untersuchungsperspektive eine unzul\u00e4ssige Reduktion. Der Hauptprozess der Limitation und seine langfristige Wirkung auf das \u00e4sthetische Lebensgef\u00fchl wird in Relation zu seiner Beeinflussbarkeit durch Design bez\u00fcglich der Kategorie der Perspektivit\u00e4t im sechsten Kapitel genauer untersucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Hilfe der drei typischen medienbezogenen Logiken lie\u00dfe sich der Hauptprozess der medial bedingten Komponente innerhalb der Korrelation aller an der Erfahrungsbildung beteiligten Komponenten als Geschichte der Medien im Zusammenhang mit der Technik und der Menschheitsentwicklung schreiben, an deren vorl\u00e4ufigem&hellip;  <\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/5-mediales\/5-1-modell-zur-organisationsdynamik-der-medialen-komponente\/5-1-3-kausalitaet-nach-oben-durch-den-hauptprozess-der-limitation\/\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":127,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/133"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=133"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/133\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":573,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/133\/revisions\/573"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/127"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vrabek.de\/design\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}